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Angolas Nahrungsmittelbranche ächzt unter Devisenmangel

Luanda (05.04.2017) In Angola führt der niedrige Ölpreis zu leeren öffentlichen Kassen. Von den Folgen bleiben auch landwirtschaftliche Programme nicht verschont. Umfangreich in die technische Ausstattung investieren dürften Großfarmen, bei denen Pressemeldungen zufolge der angolanische Staatsfonds einsteigen will. Die Nahrungsmittel- und Verpackungsbranche leidet unter Devisenmangel und dem Kursverlust der Landeswährung. Bislang beschränkt sich die Eigenversorgung im Wesentlichen auf den Getränkesektor.

Angola kann seine landwirtschaftliche Produktion kontinuierlich steigern. Nach Zahlen von CountrySTAT stiegen die Erträge bei wichtigen Anbausorten wie Mais und Kassava auch 2015 leicht an. Dennoch bleibt das Land großflächig von Lebensmittelimporten abhängig. Ein gigantisches Anbaupotenzial schlummert unterdessen ungenutzt vor sich hin. Rund 35 Mio. ha eignen sich für den Ackerbau, wovon zurzeit nur circa 4 Mio. ha genutzt werden.

Die Auswirkungen des Wetterphänomens El Nino sind in Angola lediglich in den südlichen Provinzen Namibe, Kunene und Huila zu spüren. Während der Klimawandel in Ländern wie Südafrika, Simbabwe oder Namibia häufiger für El Nino-bedingte Dürrekatastrophen sorgen dürfte, könnte der Norden Angolas mit seiner insgesamt geringeren Anfälligkeit verstärkt in den Fokus von Agrarinvestoren geraten. Noch zu Zeiten der portugiesischen Kolonialherrschaft war Angola ein großer Agrarexporteur, leidet jedoch unter der Zerstörung der landwirtschaftlichen Infrastruktur während des 27jährigen Bürgerkrieges (1975 - 2002).

Staat und wenige private Großfarmen als Käufer von Landtechnik

Der Markt für Landtechnik in Angola beschränkt sich stark auf den staatlichen Bereich und wenige private Großfarmen. Den zahlreichen Kleinbauern fehlt das Kapital zur Beschaffung von Landmaschinen. Aufgrund mangelnden Zugangs zu Absatzmärkten sind die Einnahmen der Subsistenzbauern zu gering. Häufig fehlen Transportmittel, um landwirtschaftliche Erzeugnisse zu Märkten oder größeren Abnehmern zu bringen. Hinzu kommen die teils sehr schlechten Straßenverhältnisse, insbesondere zur Regenzeit. Auch Lagermöglichkeiten, wie Silos oder Kühlhäuser, sind meist nicht vorhanden.

Die Regierung versucht mit Initiativen wie dem "Programa de Aquisicao de Produtos Agropecuarios (Papagro)" den Marktzugang zu verbessern. Dabei werden zentrale Abnahmepunkte geschaffen, an denen Kleinbauern ihre Erzeugnisse zu festgesetzten Preisen verkaufen können. Das Programm leidet jedoch unter vielen Mängeln, wie etwa verspäteten Auszahlungen, und soll überarbeitet werden. Häufig bleiben den Kleinbauern nur der Eigenverbrauch und die begrenzten Absatzmöglichkeiten im lokalen Umfeld. Viele Kleinfarmer sind zu Kooperativen zusammengeschlossen, in denen die Feldarbeit manuell in Arbeitskolonnen verrichtet wird.

Mechanisierung der Landwirtschaft

Die staatliche Gesellschaft Mecanagro betreibt Programme zur Mechanisierung in der Landwirtschaft, insbesondere zur maschinellen Bodenbearbeitung. Dafür kauft Mecanagro Traktoren mit Pflügen, Hängern etc. und stellt diese den Kooperativen von Kleinbauern zur Verfügung. Aufgrund des niedrigen Ölpreises litt die Regierung zuletzt unter sinkenden Einnahmen und Devisenmangel, weshalb kaum Gelder zum Ausbau der Programme zur Verfügung stehen.

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