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Bayerische Wirtschaft erwartet Milliardengeschäfte mit dem Iran

München (13.07.2016) - Ein Jahr nach Ende des Atomstreits mit dem Iran gibt es nach Einschätzung des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) erste Anzeichen für den erwarteten Exportaufschwung. Die Ausfuhren bayerischer Unternehmen in den Iran sind im April um 21 Prozent auf 19 Millionen Euro gestiegen, so die aktuellsten Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik.

2015 erreichten die bayerischen Exporte in den Iran mit einem Volumen von 207 Millionen Euro dagegen einen historischen Tiefststand.

„Die Wirtschaftsbeziehungen Bayerns mit dem Iran haben enormes Potenzial. Der Iran hat nach den fast zehn Jahre währenden Sanktionen einen gigantischen Nachholbedarf“, sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. So benötige die iranische Erdölindustrie in den nächsten fünf Jahren Anlagen im Wert von 185 Milliarden US-Dollar zur Modernisierung nach dem Öl-Embargo. Für öffentliche Wasser- und Abwasserprojekte wird ein Investitionsvolumen von 22 Milliarden US-Dollar veranschlagt. „Bayerische Firmen vom Mittelständler bis zum Großkonzern interessieren sich stark für Geschäfte mit dem Iran.

Das Land wird für Bayern in wenigen Jahren wieder ein milliardenschwerer Markt sein, mit Schwerpunkten beim Anlagenbau, in der chemischen und der Automobilindustrie“, so Driessen. Die nächste geplante Reise von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) in den Iran Anfang September sollte die Handelsbeziehungen weiter befördern, hofft der BIHK-Chef. Bislang gibt es aber trotz des Endes der Sanktionen noch viele Hürden. Banken mit US-Geschäft nehmen wegen noch bestehender Auflagen in den USA keine Zahlungen aus dem Iran entgegen. Ebenso ist für Waren, die zu mehr als zehn Prozent aus US-amerikanischen Vorprodukten bestehen, eine US-Ausfuhrgenehmigung nötig.