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Brasiliens Ausbau des Schienenverkehrs zögerlich

Sao Paulo (10.05.2016) Zahlreiche Projekte verzögerten sich und Kosten explodierten. Nun sind auch noch die öffentlichen Kassen leer. Ähnliches gilt für die Güterverkehrsstrecken, an deren Ausschreibungen es noch zu haken scheint. Hersteller von Bahntechnik setzen angesichts der langfristig guten Perspektive und dem enormen Nachholbedarf dennoch auf Brasilien und investieren in eine lokale Produktion.

 

Die politische Lage mit dem laufenden Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff erlaubt keine detaillierten Prognosen, welchen Stellenwert der Ausbau der urbanen Mobilitätsinfrastruktur unter einem neuen Präsidenten haben wird. Einerseits ist der Bedarf an neuen Nahverkehrslinien so groß, dass sich die künftig Verantwortlichen diesem Thema intensiv werden widmen müssen. Von den 63 Ballungsräumen im Land besitzt erst ein Dutzend einen öffentlichen Personenschienenverkehr. Andererseits beschneidet gerade das Haushaltsdefizit, über das Rousseff zu stürzen scheint, den Infrastrukturausbau. Die nationale Entwicklungsbank BNDES wird 2016 vorerst 20 bis 25% weniger für urbane Mobilität bereitstellen. Im Vorjahr waren es rund 8,5 Mrd. R$ (Real; gut 2 Mrd. Euro; 1 Euro = derzeit 4,00 R$). Dafür legt die Bank eine Sonderkreditlinie für Projektstudien für öffentlich-private Partnerschaften (PPP) im städtischen Nahverkehr auf. Mit Sicherheit wird dem Privatsektor eine erhöhte Bedeutung bei Ausbau und Betrieb zukommen.

Monorail in Sao Paulo soll weitergebaut werden

Sao Paulo hatte sich 2010, gegen den globalen Trend, dafür entschieden, auf Monorail-Bahnen über der Straße zu setzen. Als Grund führte die zuständige Regierung des Bundesstaates Sao Paulo die im Vergleich zu U-Bahnen geringeren Baukosten und die schnellere Fertigstellung an. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt, im Gegenteil. Die verwaisten Pfeiler der unfertigen "goldenen" Linie 17, die sich wie das Skelett eines prähistorischen Tieres an der Avenida Roberto Marinho entlangwinden, sind zu einem Symbol des Stillstands geworden. Sollte die Linie ursprünglich in zwei Jahren und für 3,9 Mrd. R$ fertig werden, explodierten die Kosten in der Folge, bis die beauftragten Baukonzerne Andrade Gutierrez und CR Almeida den Bau verließen und die Metro den Vertrag Anfang 2016 kündigen musste.