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Deutsch-Afrikanisches Infrastrukturforum: Jetzt Versäumnisse nachholen

Hamburg (06.12.2016) - Der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft hat die Lockerung von Investitionsbremsen bezüglich des Infrastrukturausbaus in afrikanischen Ländern gefordert. „Der Ausbau von Infrastruktur ist die wichtigste Voraussetzung für Fortschritt, Produktivität und nachhaltiges Wachstum auf dem afrikanischen Kontinent.

Regierungen investieren derzeit Milliarden in den Ausbau ihrer Häfen, Straßen und Städte und das Interesse an einer Zusammenarbeit mit deutschen Firmen ist groß. Dieses Momentum gilt es zu nutzen und zwar mit einer entsprechenden politischen Agenda jenseits von Entwicklungshilfe“, sagte Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft, zur Eröffnung des 4. Deutsch-Afrikanischen Infrastrukturforums in Hamburg vor knapp 200 Teilnehmern.

„Zu lange haben wir die wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Entwicklung des afrikanischen Kontinents sträflich vernachlässigt. Diese Versäumnisse aus der Vergangenheit müssen dringend nachgeholt und Investitions-Bremsen schleunigst gelockert werden. Garantien, Anreize, direkte Investitionen in wirtschaftsnahe Infrastruktur sowie Anreize für Unternehmen, die sich auf dem afrikanischen Kontinent betätigen, dürfen keinem Tabu mehr unterliegen“, so Kannengießer.

Die deutsche Wirtschaft ist seit vielen Jahrzehnten erfolgreich im Infrastrukturbereich tätig. Deutsche Maschinenhersteller liefern ihre Baumaschinen in praktisch alle Länder Afrikas, deutsche Architekten waren am Bau von WM-Stadien in Südafrika beteiligt, deutsche Zementunternehmen beliefern Baustellen in Gesamtafrika und Ingenieurbüros wie Gauff, Inros Lackner und Lahmeyer International sind erfolgreich als Berater aktiv. Die Erfolge einzelner Unternehmen kompensieren jedoch das fehlende Engagement eines Großteils der deutschen Wirtschaft nicht, die den afrikanischen Markt noch immer ignoriert. Darüber hinaus muss die deutsche Wirtschaft anderen Nationen praktisch komplett die Umsetzung von Großprojekten überlassen, da vor allem Anbieter aus den Schwellenländern Lösungen aus einer Hand – von der Planung über die Durchführung bis hin zur Finanzierung – anbieten, die deutsche Unternehmen bzw. Konsortien aufgrund fehlender politscher Unterstützung so bislang nicht anbieten können.

Ausländische Direktinvestitionen in verschiedene Infrastrukturbereiche stiegen von 2001 bis 2012 von 8 Mrd. US Dollar auf rund 34 Mrd. US Dollar und machen trotzdem nur einen Anteil der verfügbaren Finanzierung für Infrastrukturprojekte auf dem afrikanischen Kontinent aus.

Quelle: Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V.