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Durchwachsende Aussichten am US-Markt für Schiffstechnik

Washington D.C. (24.08.2016) Die Geschäftsaussichten im US-Markt für Schiffstechnik weisen je nach Segment große Unterschiede auf. Der rückläufige Transportbedarf im Energiesektor sorgt derzeit bei Handelsschiffen und deren Ausrüstungen für Gegenwind. Die Auftragschancen bei Schiffen für hoheitliche Aufgaben sind aufgrund der engen öffentlichen Finanzierungsbudgets begrenzt. Deutlich besser entwickeln sich zurzeit das Freizeitbootsegment sowie der Absatz von Großyachten und Kreuzfahrtschiffen.

Die Marktforscher der Freedonia Group räumen dem US-Schiffbau in den nächsten Jahren im Vergleich zu den Vorjahren bescheidene Wachstumschancen ein. Laut einer von dem Institut im September 2015 verfassten Studie soll der Output der US-Werften bis 2019 lediglich um etwa 1,2% im Jahresdurchschnitt zulegen. In der Zeit zwischen 2004 und 2014 wurde ein Durchschnittswachstum von 6,7% pro Jahr erzielt.

Flaue Auftragslage bei Schiffen für hoheitliche Aufgaben

Hauptverantwortlich für den eher bescheidenen Marktausblick sind die Auftragsperspektiven bei Wasserfahrzeugen für hoheitliche Aufgaben. Militärschiffe und deren Reparaturen machen rund 70% der gesamten wertmäßigen Branchenproduktion aus. Mit größeren Auftragszuwächsen der U.S. Navy, dem mit Abstand wichtigsten Auftraggeber in diesem Bereich, ist angesichts der Sparzwänge im US-Staatshaushalt nicht zu rechnen. Die gesetzlichen Einsparautomatismen der Sequestrierung dürften sich auch in den nächsten Jahren beim Verteidigungsbudget bemerkbar machen.

Bessere Wachstumsperspektiven prognostiziert Freedonia hingegen dem nicht-militärischen Schiffbau. Hier soll die wertmäßige Produktion bis 2019 im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich jährlich zulegen. Als Haupttreiber der Sparte sehen die Marktforscher den moderaten, aber nach wie vor intakten US-Wirtschaftsaufschwung. Beim Transport von Chemieerzeugnissen, Vorprodukten und anderen industriellen Waren dürfte sich dies in einer weiterhin regen Nachfrage nach Frachtschiffen niederschlagen. Gedämpft wird das Wachstumspotenzial durch die anhaltende Konsolidierung in der US-Kohle- und der Erdölproduktion. Die Konstrukteure von Öltransportern, Massengutfrachtern und Spezialbooten für die Offshore-Ölförderung könnten dadurch noch einige Zeit in Mitleidenschaft gezogen werden.

Jones Act schützt einheimischen Schiffbau vor Konkurrenz

Ein Hindernis für ausländische Interessenten am US-Schiffbaumarkt stellen die vielfältigen Regulierungsvorschriften und Handelsbarrieren dar. Dies gilt nicht nur im sensiblen militärischen Bereich, wo der Marktzugang für Auslandsfirmen in vielen Bereichen stark eingeschränkt ist. Bei Handelsschiffen schränkt der "Jones Act" Schiffstechniklieferanten aus dem Ausland ein. Demnach müssen Schiffe für den inneramerikanischen Verkehr in den Vereinigten Staaten gebaut sein, US-Bürgern gehören und von US-Bürgern betrieben werden. Einheimische Werften und Handelsschiffeigner sind so umfassend vor ausländischer Konkurrenz geschützt.

Der Protektionismus führt dazu, dass amerikanische Handelsschiffe sowie der US-Binnenfrachtverkehr im internationalen Maßstab vergleichsweise hochpreisig sind. Mit einer baldigen Aufhebung des Jones Acts - etwa im Rahmen von Freihandelsabkommen oder durch Initiativen der inländischen Kritiker dieses Gesetzes - ist in der gegenwärtigen politischen Gemengelage nicht zu rechnen. Der Marktzugang für ausländische Anbieter bleibt somit bis auf Weiteres auf erlaubte Zulieferungen beschränkt.

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