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Ecuador stellt Investitionskatalog vor

Quito (22.11.2016) Ecuadors Regierung hat auf einem Investitionsgipfel im Oktober 2016 einen Katalog vorgestellt, der unter anderem 75 staatliche Projekte in Höhe von 29 Mrd. US-Dollar enthält. Nach Einschnitten im zuvor recht üppigen Staatshaushalt sollen ausländische Firmen frisches Geld ins Land bringen, darunter auch deutsche. Bislang unbekannte Ölvorkommen und zwei Erdbeben, die den Straßen zusetzten, erhöhen die Dringlichkeit.

Ecuador ist das lateinamerikanische Land, in dem das öffentliche Auftragswesen am stärksten ausgeprägt ist. Staatliche Aufträge kommen 9% des Bruttoinlandsprodukts gleich. In den letzten Jahren hatte der Staat dank hoher Einnahmen aus dem Erdölexport kräftig investiert und unter anderem Straßen und Häfen ausgebaut. Doch diese Zeiten sind vorbei. Da die Öleinnahmen 2015 deutlich geringer ausfielen, wurden die Budgetausgaben für 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 18% auf 29,8 Mrd. US$ reduziert, und auch für 2017 wird ein Minus erwartet. Zudem möchten Präsident Rafael Correa und sein Kabinett die Abhängigkeit des Landes vom Erdölsektor verringern und die industrielle Basis verbreitern.

Vor diesem Hintergrund organisierte das Institut für Export- und Investitionsförderung Pro Ecuador im Oktober 2016 einen Investitionsgipfel in der Hauptstadt Quito. Dabei präsentierte die Regierung den Teilnehmern aus etwa 25 Ländern einen Katalog mit 85 Möglichkeiten. Neben etwa 120 ecuadorianischen Unternehmern reisten rund 140 Vertreter an, die circa 110 ausländische Firmen vertraten. Die Vorhaben summieren sich auf 28,75 Mrd. US$, die sich folgendermaßen zusammensetzen: 21 Projekte im Erdölsektor (17,0 Mrd. US$), zwei in der Grundstoffindustrie (3,9 Mrd. US$), 13 Projekte im Sektor Energie (außer Erdöl) (5,8 Mrd. US$), zwei Projekte im Bioenergiesektor (1,2 Mrd. US$), drei Projekte im Wassersektor (0,7 Mrd. US$). Die Hälfte aller vorgestellten Projekte sind im Bergbau angesiedelt, beziffert sind davon allerdings nur acht - staatliche - Vorhaben mit insgesamt 133 Mio. US$. Unter den 13 Projekten im Energiesektor fallen elf auf Stromerzeugung durch Wasserkraft und zwei auf Geothermie.

Der Unterschied zum vorherigen Investitionskatalog liegt in der Schwerpunktsetzung und zeigt gleichzeitig die Rolle, die das Erdöl trotz aller Diversifizierungsstrategien spielt: Zu den Megaprojekten gehören nicht mehr Petrochemie- und Stahlwerke, sondern die Förderung des schwarzen Golds, unter anderem im Nationalpark Yasuní. In diesem Regenwaldgebiet hat das Staatsunternehmen Petroamazonas EP im Juli 2016 weitere Ölvorkommen in einer Größenordnung von 750 Mio. Barrel entdeckt. Die Vorkommen liegen innerhalb des Nationalparks im ITT-Feld (Ishpingo, Tiputini, Tambococha), dem Block 43. Ursprünglich sollte in Yasuní auf die Ölförderung verzichtet werden, um eine der artenreichsten Gegenden der Welt zu schützen und einen Beitrag zum internationalen Klimaschutz zu leisten. Der Versuch Ecuadors, eine internationale Gebergemeinschaft zur Zahlung der Hälfte der entgangenen Einnahmen zu bewegen, scheiterte jedoch.

Modernes Straßensystem im Fokus der Regierung

Die Infrastruktur, insbesondere der Straßen, ist ausbaufähig und wurde durch die zwei starken Erdbeben 2016 beschädigt. Autobahnen sind Teil der strategischen Investitionen, an denen sich ausländische Unternehmen nach dem Willen der Regierung beteiligen sollen. Der Gütertransport und der Personenfernverkehr erfolgen zum großen Teil über Ecuadors Straßen. Das Verkehrsnetz umfasst circa 43.000 km Straßen, sieben staatliche Häfen und zehn private Ladebrücken, die sich für Güterfracht und die Beförderung von Erdöl eignen.

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