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Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung erfolgreich verzahnt

Nürnberg (05.07.2016) - Die „Verzahnung“ wird von den sogenannten ExperTS umgesetzt, die Experten an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit (EZ) sind. Als Integrierte CIM-Experten (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung) bringen sie ihr Fachwissen in rund 30 Auslandshandelskammern (AHKs), Delegationen der deutschen Wirtschaft und bilateralen Wirtschaftsvereinigungen ein.

Dort beraten sie lokale und deutsche Unternehmen zu entwicklungspolitischen Themen. Das Projekt wird von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt und vom Bundesentwicklungsministerium (BMZ) finanziell unterstützt.

Erneuerbare Energien werden gefördert

Ein Beispiel ist das Projektentwicklungsprogramm Energie – oder kurz PEP. Das PEP unterstützt deutsche kleine und mittlere Unternehmen der erneuerbaren Energien- und Speicherbranche bei ihren ersten Schritten in die neuen herausfordernden Märkte Subsahara Afrikas und Südostasiens. Als spezielles Instrument für Schwellen- und Entwicklungsländer der Exportinitiative Energie setzt das beauftragende Ministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf die Synergie von Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit. In der Praxis wird dies durch die enge Zusammenarbeit von Auslandshandelskammern (AHK) und der GIZ realisiert. Die ExperTS in den Vertretungen der deutschen Auslandshandelskammern sind neben den lokalen GIZ-Büros die wichtigsten Ankerpunkte für die Umsetzung des PEP.

Die SADC Region – die Southern African Development Community – wird AHK-seitig von Südafrika aus betreut. Auch das PEP ist in der SADC-Region aktiv. Gemeinsam erarbeiten Jens Hauser, Expert und Verantwortlicher für das Competence Centre Sustainable Energy der AHK, und Tobias Cossen, Projektmanager der GIZ für das PEP, eine Strategie für die Region. Potenzielle Marktsegmente und Interventionspunkte gibt es reichlich: Solarenergie in der Landwirtschaft, erneuerbare Energielösungen für den Rohstoffsektor und die Tourismusindustrie. „Der enge Kontakt zur Erneuerbaren-Branche generell und zu den deutschen Unternehmen speziell, die sich in Südafrika aufgrund der großen Ausschreibungsrunden in der Vergangenheit angesiedelt haben, ist für das PEP ungemein wichtig und komplementär zu den länderspezifischen Ansprechstrukturen der GIZ“, so Tobias Cossen. Durch Aktivitäten des PEP werden Angebot und Nachfrage in Verbindung gebracht: Geschäftsreisen, Machbarkeitsstudien, Energieaudits potenzieller Endkunden, Stakeholderworkshops und Kompetenzbildungsmaßnahmen für lokale Akteure sind nur ein Teil der von AHK, ExperTS und GIZ gemeinsam durchgeführten Maßnahmen.

Best Practice in Mosamik

In Mosambik trägt die Arbeit erste Früchte: Durch die enge Zusammenarbeit mit dem lokalen Tourismusverband wurden diverse Maßnahmen mit Besitzern und Betreibern von netzfernen Tourismusbetrieben organisiert. Aufgrund des großen Interesses vor Ort nach kompetenten Ansprech- und Umsetzungspartnern wurden Energieaudits für Lodges – unterschiedlich in Größe und Ausstattung – vom PEP erarbeitet. „Der Bedarf nach Erneuerbaren-Lösungen, gerade im netzfernen Bereich, ist definitiv vorhanden. Nur fehlt es oft an konkreten Informationen und Ansprechstrukturen, um bei Anbietern qualitativ hochwertige Angebote zu bekommen. Die Audits und Maßnahmen des PEP haben hier den entscheidenden Anstoß gegeben. Gleichzeitig konnten wir deutschen Firmen zeigen, welche Art von Energielösungen vor Ort eigentlich nachgefragt werden“, erklärt Jens Hauser.

Die Energieexpertise der GIZ in den Ländern sowie ihre Ansprechstruktur in Berlin bieten, kombiniert mit den Kontaktpunkten der ExperTS in den AHKs vor Ort, die richtige Konstellation, um deutsche und lokale Unternehmen sowie Endkunden fachlich zu beraten und Zugang zu geeigneten Partnern in der Projektentwicklung und -umsetzung zu ermöglichen. Das gemeinsame Einwirken auf Endkunden bewährte sich in Mosambik: Ein Vorreiter unter den Lodgebesitzern hat sich für die Investition „Made in Germany“ und gegen seinen Dieselgenerator entschieden. Im Rahmen einer AHK-Geschäftsreise – gemeinsam von AHK und PEP durchgeführt – wurde die PV-Anlage feierlich eröffnet und läuft seitdem ohne Unterbrechungen.

Es geht weiter

Die Erfolge der gemeinsamen Arbeit in Mosambik werden nun ausgeweitet auf die Nachbarländer Sambia und Botsuana, die seit 2015 Teil des PEP-Länderportfolios sind. Eine erste Geschäftsreise durch beide Länder wurde bereits durchgeführt, und weitere Maßnahmen, die auf die Unterstützung von Geschäftspartnerschaften sowie Projektumsetzungen abzielen, stehen auf dem Programm.

Kontakt:

  • ExperTS Mosambik / Deutsch- Mosambikanisches Büro für Wirtschaftsförderung:
    Dr. Friedrich Kaufmann, Tel: +258 21 493260, Email: maputo(at)germanchamber.co.za
  • ExperTS Sambia / Außenstelle der AHK für das südliche Afrika in Sambia:
    Johannes Kurt, Tel: +260211372687 - 123, Email: lusaka(at)germanchamber.co.za
  • ExperTS Südafrika / Außenstelle der AHK für das südliche Afrika:
    Jens Hauser, Tel: +27 021 418 3311, Email: jhauser(at)germanchamber.co.za

Text: Oliver Wagener, EZ-Scout Bayern, oliver.wagener(at)awz-bayern.de

Quelle: Tobias Diercks/GIZ