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Euro-Reform-Monitor 2016

München (27.09.2016) - Der deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK hat jetzt den Euro-Reform-Monitor 2016 veröffentlicht. Der Euro-Reform-Monitor zeigt auf, welche Schritte die EU-Länder in puncto Reformpolitik und Haushaltssanierung unternommen oder geplant haben.

Der DIHK hat die Übersicht mit Unterstützung der AHKs zusammengestellt.

DIHK-Außenhandelschef Volker Treier kommentiert die Ergebnisse wie folgt:
Die Eurozone fährt derzeit noch eine Reformrendite ein. Die Staaten haben sich in den letzten Jahren mächtig ins Zeug gelegt, viele wirtschaftsstärkende Reformen umgesetzt und die staatlichen Ausgaben eingedämmt. Einmal mehr zeigt sich das wirtschaftliche Erfolgsmuster: Eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit belebt die Exporte, das zieht höhere Investitionen und Beschäftigung nach sich, und dann legen auch die Konsumausgaben wieder zu. In Irland liegt die Wirtschaft bereits wieder fast 40 Prozent über dem Höchststand vor der Krise. Auch in Frankreich liegen die wirtschaftliche Tätigkeit und die Beschäftigung wieder über dem Vorkrisenniveau, freilich war hier der Rückgang auch nicht so stark wie anderswo.
 
Griechenland hat seine Staatsausgaben trotz schwerer Wirtschaftskrise von 119 auf 88 Mrd. Euro reduzieren können, Irland von 109 auf 74 Mrd. Euro. Die griechische Leistungsbilanz ist ebenso wie die portugiesische und französische ausgeglichen. Spanien, Italien und Irland liefern mittlerweile sogar mehr ins Ausland als sie importieren. Die Lohnstückkosten in Griechenland, Irland und Spanien sind gesunken, die preisliche Wettbewerbsfähigkeit hat sich damit verbessert. Auch in Portugal sind die Lohnstückkosten seit 2008 nur um zwei Prozent gestiegen, in Italien um zehn Prozent und in Frankreich um zwölf Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland sind die Lohnstückkosten seit 2008 um 18 Prozent gestiegen.

Aus dem Gröbsten hat sich die Eurozone somit erstmal herausgearbeitet. Freilich birgt das die Gefahr, die Erholung als Selbstläufer anzusehen. Portugal hat einige Maßnahmen wieder rückgängig gemacht, die die Wirtschaft spürbar entlastet und damit die Leistungsfähigkeit erhöht hatten. Dazu zählt die Wiedereinführung von vier zusätzlichen Feiertagen. Ebenso wie in Spanien gelingt es trotz niedriger Zinsen nicht, die ohnehin schon flexiblen Regeln des Stabilitätspakts einzuhalten. Hinzu kommen die Herausforderungen durch die Flüchtlingskrise und den Brexit. Und ein Teil der Wahrheit ist auch, dass die Wirtschaft ohne das günstige Öl, den schwachen Euro und die niedrigen Zinsen längst nicht so stark zulegen könnte. Diese Sonderfaktoren wirken 2017 nicht mehr so stark. Das Wachstumstempo in der Eurozone von 1,5 Prozent im Jahr 2016 dürfte 2017 daher kaum zu halten sein. Der Reformweg sollte somit noch nicht zu Ende beschritten sein.

Den Euro-Reform-Monitor 2016 finden Sie hier.