Ideenpapier zur Ausgestaltung der wirtschaftlichen Beziehungen der EU mit dem Vereinigten Königreich

Berlin (22.06.2020) - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK hat ein Ideenpapier zur Ausgestaltung der wirtschaftlichen Beziehungen der EU mit dem Vereinigten Königreich vorgelegt.

Seit dem 1. Februar 2020 ist das Vereinigte Königreich (UK)  nicht mehr Mitglied der Europäischen Union (EU). Für die deutsche Wirtschaft entstehen nach der Übergangsphase, die bis zum 31. Dezember 2020 dauert, Herausforderungen in den wirtschaftlichen Beziehungen mit dem UK. Mit dem Verlassen des gemeinsamen Binnenmarktes samt Zollunion entfernt sich das UK von der Verpflichtung auf EU-Regeln und -Standards.
Das UK ist nun ein handelspolitischer Partner, aber auch Konkurrent im weltweiten Wettbewerb.

In Zeiten der Corona-Krise, zunehmender Handelskonflikte und globalem Protektionismus ist es im Interesse der deutschen und europäischen Unternehmen, dass die EU ihre Beziehungen mit dem UK so eng wie möglich gestaltet (siehe auch DIHK-Vorstandspapier „Europas Rolle in der Welt“). Die deutschen Unternehmen haben sich auch dank der „DIHK-Brexit-Checkliste“ umfassend auf den Brexit vorbereitet. Mehr als 55.000 Aufrufe der Checkliste zeigen, dass der Beratungsbedarf insbesondere bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen weiterhin hoch ist. Denn ohne ein rechtliches Regelwerk gibt es keine Planungssicherheit für Handel und Investitionen. Die zukünftigen Beziehungen gerade angesichts der aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise bis zum 31. Dezember 2020 umfassend und abschließend zu regeln, ist äußerst ambitioniert. Zwar gibt es die Möglichkeit einer einmaligen Verlängerung der Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2022, jedoch möchte
die britische Seite diese nach jetzigem Stand nicht nutzen.

Daher müssen die Verhandlungen bis Ende 2020 zumindest das Grundgerüst der Beziehungen sowie die zeitkritischsten Themen regeln. Ein Grundgerüst aber bedeutet eine geringe Durchdringungstiefe und mehr Handelshemmnisse. Daher ist es im Interesse der deutschen Unternehmen, dass auf ein solches Grundgerüst zeitnah vertiefte Vereinbarungen aufgesetzt werden, um die Zeit der Unsicherheit für Unternehmen möglichst
kurz zu halten und eine Lösung im Sinne einer Investitions- und Planungssicherheit für die Unternehmen zu finden.

Hier finden Sie das Ideenpapier.

Webinar-Tipp:

„Erfolgreich im ‎Auslandsgeschäft: Brexit im Fokus“.‎

Das Webinar findet am Dienstag, 23. Juni, von 14:00 – 14:45 Uhr statt.
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Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch anmeldepflichtig. ‎

Es handelt sich um ein Browser-basiertes Webinar, bei dem Sie auch anonym zuschalten können. ‎Nach der Präsentation werden Sie die Möglichkeit haben, über eine Chatfunktion in direkten ‎Austausch mit den Experten zu kommen. ‎

Das Webinar findet in Kooperation mit dem Enterprise Europe Network statt. ‎

Weitere Informationen finden Sie auf www.ihk-muenchen.de/brexit