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Kenias Importeure müssen Seefracht ab 2017 lokal versichern

Nairobi (12.10.2016) Kenianische Importeure sollen ab 1.1.17 Versicherungspolicen für Seefrachten nur noch bei inländischen Anbietern kaufen. Der Umsatz lokaler Anbieter von Seefrachtversicherungen (marine cargo insurance) soll so von umgerechnet 29 Millionen US-Dollar 2016 auf 200 Millionen Dollar 2017 gesteigert werden. Ob die Branche das zusätzliche Geschäft stemmen kann oder ob sie ausländische Unterstützung braucht, bleibt noch abzuwarten.

Derzeit ist es in 90% aller Fälle üblich, dass der Importeur den Exporteur mit der Versicherung der zu liefernden Waren beauftragt und die Kosten im Rahmen eines Cif-Vertrages (cost, insurance, freight) trägt. Die Exporteure beauftragen üblicherweise Versicherungen in ihrem Land. Kenia zahle so im Jahr 200 Millionen US-Dollar bis 250 Millionen US-Dollar in harter Währung an ausländische Versicherungen, lamentiert James Macharia, kenianischer Staatssekretär für Transport. Ein Geschäft, das Kenia nun selber machen will.

Kenianische Versicherungspolice muss vor Verschiffung vorliegen

Nach Angaben von Sammy Makove, Chef der kenianischen Insurance Regulation Authority, sieht das kenianische Versicherungsgesetz in Absatz 20 den Abschluss lokaler Versicherungen vor. Diese Regelung sei allerdings bislang wegen "compliance challenges" nicht angewendet worden. Die Kenya Revenue Authority wurde aufgefordert, von Importeuren künftig den Nachweis einer lokalen Versicherung zu verlangen, bevor die Waren aus dem Zoll freigegeben werden. Bei einer Inspektion vor der Verschiffung muss der kenianische Versicherungsnachweis ebenfalls beigebracht werden.

Gilbert Langat, Chef des Kenya Shippers Council, fragt sich derweil, ob die kenianischen Versicherungen überhaupt die finanziellen Muskeln haben, große und teure Frachten zu stemmen. Wenn nicht, müssten sie ihrerseits ausländische Versicherungen hinzuziehen, was dann aber legal ist. Beobachter äußern unterdessen Zweifel, ob die staatlichen Bürokratie und die Administrationen der Versicherungen die Umstellung problemlos meistern können und befürchten erhebliche Verzögerungen. Es sei durchaus denkbar, dass plötzlich eine längere Übergangsregelung verfügt wird, heißt es.