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Korruptionswahrnehmungsindex 2016 wurde veröffentlicht

Berlin (25.01.2017) Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat heute den Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index, CPI) veröffentlicht. Der Index misst die in Wirtschaft, Politik und Verwaltung wahrgenommene Korruption auf der Grundlage verschiedener Expertenbefragungen. In diesem Jahr wurden 176 Länder untersucht. Auf einer Skala von 0 (hohes Maß an wahrgenommener Korruption) bis 100 (keine wahrgenommene Korruption) erreicht Deutschland wie bereits im vergangenen Jahr 81 Punkte und rangiert damit neben Luxemburg und Großbritannien auf dem zehnten Platz. EU-weit ist Deutschland auf Platz fünf des Korruptionswahrnehmungsindexes.

International belegen Dänemark und Neuseeland (90 Punkte) sowie Finnland (89) die vordersten Plätze. Stark verschlechtert haben sich Katar (-10 Punkte), Bahrain und Kuwait (jeweils -8 Punkte). Generell lässt sich sagen, dass Länder mit einer hohen Punktzahl starke Institutionen im Bereich offener Regierungsführung, Pressefreiheit, Bürgerrechte und dem unabhängigen Justizsystem haben. Länder mit niedriger Punktzahl sind oft durch mangelnde Strafverfolgung für Korruption, schlechte Regierungsführung und schwache Institutionen gekennzeichnet. Insgesamt haben 69% der bewerteten Länder weniger als 50 Punkte erhalten, was den dringenden globalen Handlungsbedarf deutlich macht.

Erfolgsgeschichten im Bereich der Alltagskorruption

Verbessert haben sich insbesondere Staaten, die mit der Herausforderung der Alltagskorruption zu kämpfen haben. Durch institutionelle Reformen  konnten hier Verbesserungen erzielt werden. Beispielsweise hat Georgien der ausgeprägten Alltagskorruption und der schlechten Index-Platzierung den Kampf angesagt und umfassende Antikorruptionsreformen durchgesetzt – mit Erfolg: Das Land hat seinen CPI-Wert im Vergleich zum Vorjahr von 52 auf 57 Punkte stark verbessert. Ebenfalls positiv zu bewerten ist die Entwicklung im Senegal. Das westafrikanische Land hat seinen CPI-Wert über die letzten fünf Jahre um neun Punkte verbessert – ein Ergebnis der Bemühungen der Regierung, Alltagskorruption zu bekämpfen und gute Regierungsführung zu stärken.

Dunkle Flecken auf der Weste der Wirtschaft

Das positive Ergebnis Deutschlands wird von Sorgen um die Integrität des Wirtschaftsstandorts getrübt. So nehmen Führungskräfte aus deutschen Unternehmen es als zunehmend normal wahr, dass „irreguläre Zahlungen“ an Verwaltungen gemacht werden, um bestimmte Vorgänge zu beschleunigen oder erst möglich zu machen. Das ist dem Executive Opinion Survey des World Economic Forum zu entnehmen, der mit anderen Quellen dem CPI zugrunde liegt. Bei diesem hat sich Deutschland seit 2012 kontinuierlich verschlechtert. Bereits beim Global Corruption Barometer, das Transparency International im November 2016 veröffentlicht hatte, war die deutsche Wirtschaft als einziger Gesellschaftsbereich negativ aufgefallen: Ein Drittel der Befragten in Deutschland nahm an, dass alle oder die meisten Unternehmensleitungen in korrupte Machenschaften involviert seien.