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Kroatien fördert Investitionen in Forschung und Entwicklung

Zagreb (23.01.2018) Die kroatische Regierung will die Investitionen der Wirtschaft im Bereich Forschung und Entwicklung künftig stärker unterstützen. Bis Herbst 2018 wird die Verabschiedung eines Gesetzes erwartet, das die Förderung entsprechender Aktivitäten der Unternehmen vorsieht. Vorgesehen sind im Wesentlichen Entlastungen bei der Gewinn- und der Einkommensteuer.

In der Europäischen Union (EU) liegt Kroatien bei der Forschungs- und Entwicklungsintensität der Wirtschaft eher am Ende der Rangliste aller Mitgliedsländer. Der Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug hier 2016 nach Angaben von Eurostat bei 0,84 Prozent. Das war zwar mehr als die 0,74 Prozent, die 2010 erzielt wurden, aber spürbar weniger als im Jahr 2000; damals kam das Land auf 1,05 Prozent des BIP.

Das Forschungs- und Entwicklungsniveau in Kroatien war 2016 deutlich geringer als im Durchschnitt der EU-28, das 2,03 Prozent des BIP betrug. Geringer war dieser Anteil 2016 nur in Bulgarien, Zypern, Lettland, Litauen, Rumänien, der Slowakei und Malta.

Die Regierung will den Anteil der Forschungsausgaben bis zum Jahr 2020 auf 1,4 Prozent des BIP erhöhen. Selbst damit wäre Kroatien allerdings noch weit von der Zielmarke der EU - von im Durchschnitt 3,0 Prozent - entfernt.

Um das selbst gesetzte Ziel zu erreichen, hat die Regierung die steuerliche Förderung von Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen beschlossen. Das Kabinett verabschiedete Mitte Januar 2018 einen Gesetzentwurf über staatliche Hilfen für Forschungsprojekte und leitete diesen zur Beschlussfassung an das Parlament weiter. Es wird erwartet, dass die neuen Vorschriften im Herbst 2018 in Kraft treten.

Steuerentlastung bis zu 300.000 Euro

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Ausgaben für Forschung und Entwicklung vom zu versteuernden Gewinn beziehungsweise vom Einkommen abgezogen werden können. Die steuerliche Entlastung kann jährlich zwischen 50.000 Euro für Machbarkeitsstudien und 300.000 Euro für Grundlagenforschung betragen. Sie wird höchstens drei bis fünf Jahre gewährt. Die Vergünstigung kann mit anderer staatlicher Forschungsförderung kombiniert werden.

Die Entwicklung im Bereich Forschung und Entwicklung war in den vergangenen Jahren nach Einschätzung von Fachleuten von nur langsamen Fortschritten geprägt. Dem "Global Innovation Index" zufolge, belegte Kroatien 2017 den 41 Platz von 127 bewerteten Ländern. Der "Global Innovation Index" ist eine Rangliste, die jährlich von der französischen Business School Insead, der Cornell University und der Organisation der Vereinten Nationen für geistiges Eigentum (WIPO), herausgegeben wird. Ein Bericht der Consultingfirma Deloitte zum Thema Forschung und Entwicklung in mitteleuropäischen Ländern beanstandete in Kroatien Verzögerungen bei der Mittelvergabe und die schwache Nutzung entsprechender Maßnahmen in den vergangenen Jahren.

Förderung für Forschung

Die Regierung hatte Anfang 2016 immerhin die wichtige Strategie für Intelligente Spezialisierung (Smart Specialisation Strategy), den strategische Rahmen für eine effektive Forschungs- und Innovationspolitik in Kroatien, verabschiedet. Damit wurden die Fördermittel aus dem Operationellen Programm der EU Wettbewerbsfähigkeit und Kohäsion frei. Für die Periode 2014 bis 2020 stehen Gelder in Höhe von rund 665 Millionen Euro zur Verfügung. Die Anwendung des Programms sei jedoch ständig verzögert worden, wodurch Investitionen in Forschung und Entwicklung behindert worden seien, stellt Deloitte fest.

Fördermittel für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten standen in Kroatien in den vergangenen Jahren ferner im Rahmen von Programmen (http://www.investcroatia.hr/investment-incentives/investment-promotion-act-overview/non-refundable-aid-for-specific-business-activities/) der staatlichen Agentur für kleine Unternehmen, Innovationen und Investitionen, Hamag-Bicro, sowie aus Programmen der EU Horizon 2020 und Eurostars zur Verfügung.

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