Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Macaus Wirtschaft im Abschwung

Macau (15.04.2016) Die Wirtschaftsleistung sank 2015 real um 20%, hauptsächlich aufgrund einbrechender Glücksspielumsätze. Doch das Schlimmste scheint überstanden: die Geschäfte zu Jahresbeginn deuten auf eine leichte Erholung hin und die Diversifizierung der Wirtschaft kommt voran. Tourismusdienstleistungen und vor allem familienorientierte Angebote sollen erschlossen werden. Die Sonderzone Hengqin dient diesem Ziel.

Was es bedeutet, zu abhängig von nur einem Industriezweig zu sein, hat Chinas Sonderverwaltungsregion (SVR) Macau 2015 bitter zu spüren bekommen: die Glücksspielumsätze fielen ins Bodenlose und so auch die Wirtschaft der ehemaligen portugiesischen Kolonie. Das 4. Quartal 2015 war das sechste Viertel mit rezessiver Entwicklung in Folge, immerhin hat sich der Abschwung zum Jahresende etwas abgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im letzten Quartal des Jahres real um "nur" noch 14,4%.

Die kleine Volkswirtschaft, die in etwa der von Costa Rica entspricht, hat sich seit der Marktöffnung 2003 zum größten Glücksspielstandort der Welt aufgeschwungen. Rund siebenmal so viel wie in Las Vegas wird an Macaus Spieltischen umgesetzt. Seit Jahren schon ist das der Zentralregierung in Beijing ein Dorn im Auge, denn im übrigen China steht Glückspiel unter Strafe. Sie ermahnt die lokale Führung zu einer Diversifizierung der Wirtschaft.

Diese Herausforderung ist 2015 deutlich drängender geworden. Die Glücksspielumsätze sanken um 34,3%, die Besucherzahlen um 6,1% und die gesamten Ausgaben von Touristen um 25,4%.Die Wirtschaft Macaus leidet unter einer doppelten Belastung: die seit Juni 2014 laufende Anti-Korruptionskampagne der chinesischen Regierung hat die Spiellust gedämpft. Zudem wirkt sich der wirtschaftliche Abschwung in China negativ auf Tourismus und Einzelhandel aus.

Die Regierung bezieht über 80% der Einnahmen aus den Kasinokomplexen und diese sind essenziell für die Beschäftigung. Noch bleibt der Arbeitsmarkt stabil, doch die Neueinstellungen gehen zurück. Sollte sich der Abschwung fortsetzen, drohen Arbeitsplatzverluste. Für 2016 erwartet die Ratingagentur Fitch ein Rückgang des BIP um 6,5%.

>>> Lesen Sie den ganzen Artikel bei Germany Trade & Invest.