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Megacitys in Afrika: Lagos auf dem Weg in die Moderne

Chancen für bayerische Unternehmen

 

Lagos (09.05.2017) Afrikas Millionenstädte wachsen schnell und unaufhaltsam. Die Urbanisierung stellt die Verwaltungen der Metropolen vor riesige Aufgaben, die ihrerseits vielfältige potenzielle Geschäftsmöglichkeiten auch für deutsche Unternehmen beinhalten.

Blog:subsahara-Afrika widmet ausgesuchten Megacitys in Afrika eine Artikelserie. Mit Lagos steht die Wirtschaftskapitale Nigerias im Fokus des ersten Artikels. Neben einigen historischen und statistischen Daten werden vor allem die laufenden und geplanten Vorhaben im Bereich der Infrastruktur der westafrikanischen Hafenstadt vorgestellt.

Lagos – Schmelztiegel und Herz Nigerias seit 150 Jahren

Auch Nigerias Wirtschaftszentrum, die Hafenstadt Lagos im Nigerdelta am Golf von Guinea, gehört zu den zahlreichen Stätten der „Neuen“ Welt, die von portugiesischen Seefahrern entdeckt und erschlossen wurden. Die erste Besiedlung von Lagos Island erfolgte etwa im 15. Jahrhundert durch die Awori vom Volk der Yoruba, die nach kriegerischen Scharmützeln mit der Armee des Königs von Benin den Ort Eko („Heereslager“ und noch heute der lokale Yoruba-Name für Lagos) nannten. Dort landete im Jahr 1472 der portugiesische Seefahrer Rui de Sequeira, der die Siedlung zuerst Lago (übersetzt See) de Curamo nannte und zu einer Handelsniederlassung ausbaute. Diese erhielt schließlich den Namen Lagos nach der gleichnamigen Hafenstadt im Süden Portugals.

Wichtigster Wirtschaftszweig war zunächst der illegale atlantische Sklavenhandel, den die Portugiesen mit Unterstützung lokaler Könige betrieben. Nach einigen erfolglosen Versuchen der Briten, den Sklavenhandel durch militärische Intervention zu unterbinden, annektierten diese 1861 das Stadtgebiet von Lagos und erklärten das Gebiet ab 1862 zu ihrem Protektorat, das vom benachbarten Kolonialgebiet (Kronkolonie Goldküste) aus verwaltet wurde, und 1886 dann zur eigenständigen Kronkolonie Lagos. Diese wurde ab 1914 zur Hauptstadt der neu errichteten britischen Kolonie Nigeria (Colony and Protectorate of Nigeria) erklärt. Lagos blieb auch nach der Unabhängigkeit 1960 noch weitere drei Jahrzehnte die Bundeshauptstadt Nigerias. Gleichzeitig wurde 1967 das Bundesland Lagos State gegründet, das neben der Stadt Lagos auch sechs weitere Städte um Lagos herum (Ikeja, Agege, Mushin, Ikorodu, Epe und Badagry) umfasst.

Die Stadt Lagos (Lagos City) ist aufgeteilt in sieben Verwaltungszonen, sogenannte Local Government Areas (LGA), während die übrigen Städte im Bundesland Lagos State insgesamt 13 LGA’s bilden. Seit 1976 ist die offizielle Hauptstadt des Bundeslands Lagos State Ikeja, während die Bundeshauptstadt 1991 in das neu gebaute Abuja im Zentrum Nigerias verlegt wurde. Lagos blieb jedoch bis heute das Finanz- und Wirtschaftszentrum Nigerias und ist ebenfalls die bevölkerungsreichste städtische Ansiedlung des Landes, die im Lauf der Zeit nicht nur Menschen aus sämtlichen Regionen Nigerias, sondern auch aus anderen Ländern Westafrikas angezogen hat. Hinzu kamen die aus Übersee zurückgekehrten ehemaligen Sklaven, die aus Freetown (Liberia, Sierra Leone, Brasilien und den westindischen Inseln) nach Lagos zogen und dort als Volksgruppe der Kreolen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Modernisierung der Stadt spielten.

Lagos Mega City in Zahlen

Gesicherte Statistiken gibt es keine für Nigeria, und Schätzungen aus diversen nationalen und internationalen Quellen weichen erheblich voneinander ab: von 11 Mio. (UN, Economist Intelligence Unit/EIU) bis 21 Mio. (National Population Commission of Nigeria), nach anderen Quellen 14 Mio. oder 17 Mio. (Nigeria gesamt: 170 Mio. – 190 Mio.), bei anhaltend hohem, zeitweise zweistelligem Wachstum. Nach offiziellen Angaben (Lagos State Government) ziehen täglich 25.000 Menschen neu nach Lagos. Nach wie vor leben zwei Drittel der Bevölkerung in Slums, ohne Zugang zu Wasser, Strom, Abfallentsorgung oder ordentlichen Straßen, aber mit hoher Kriminalitätsrate. Gleichzeitig gibt es in dieser (auch „Megacity of Slums“ genannten) Stadt viele (Dollar-) Millionäre, und hier wird rund ein Viertel des nigerianischen Bruttoinlandsprodukts generiert.

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(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)