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Mexiko von deutschen IKT-Anbietern vernachlässigt

Bonn (08.09.2016) - Mexiko hat in den vergangenen Jahren beim Thema IKT klar im Schatten Brasiliens gestanden, dem Land, dem das höchste Potenzial für die Branche in Lateinamerika zugesprochen wurde.

Seitdem die brasilianische Wirtschaft in die Krise geschlittert ist, erhält der IKT-Sektor in Mexiko nach Angaben von germany Trade & Invest (GTAI) mehr Aufmerksamkeit, sowohl als Absatzmarkt wie auch als Standort für IT-Dienstleistungen und die Soft- und Hardwareproduktion. Deutsche Branchenfirmen halten sich jedoch beim Geschäftsaufbau noch zurück.

Mexiko bietet IKT-Anbietern insbesondere im Bereich der Firmenkunden einen interessanten Markt. Im Zuge des Investitionsbooms der vergangenen Jahre haben viele ausländische Industrieunternehmen eine Fertigung im Land aufgebaut. Alleine die Zahl an Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 600 auf zurzeit etwa 1.900 Unternehmen gestiegen. Bereits etablierte Betriebe müssen in ihre IKT-Infrastruktur investieren, um im weltweiten Wettbewerb, in dem sich Mexiko aufgrund seiner offenen Wirtschaftspolitik befindet, zu bestehen.

Deutsche Anbieter mit wenig Präsenz

Hardware- und Software-Hersteller aus Deutschland nutzen die Chancen nach Meinung von Marktexperten noch zu wenig. Allgemein sei die Präsenz deutscher Branchenfirmen gering, und es bestehe wenig Interesse am Aufbau eines Geschäftes. Das könnte damit zusammen hängen, dass einerseits große US-Konzerne ihr Terrain abgesteckt haben und anderseits Produktanpassungen an den mexikanischen Markt notwendig sind. Für Anbieter von spezialisierten Unternehmenslösungen lohnt sich der Blick nach Mexiko aber in jedem Fall, am besten in enger Kooperation mit einem ortsansässigen Partner.

Ausländische Unternehmen treiben Bedarf an Hardware an

Der Bedarf an IKT-Hardware in Mexiko geht zur Zeit stark auf den Zustrom von ausländischen Unternehmen zurück, insbesondere aus der Kfz-Industrie. Michael Hasselberg, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Hasselbit, stellt fest: "Wir spüren eine hohe Nachfrage nach grundlegender Ausstattung wie VPN-Netzwerken, kleinen und mittelgroßen Servern, Switches und Druckern. Im Fall etwa von Home- und Businessservern für 10 bis 30 Arbeitsplätze gibt es sicherlich Chancen für spezialisierte deutsche Anbieter, da das Angebot bislang von wenigen großen Konzernen abgedeckt wird." Neben Kunden aus der Industrie modernisieren insbesondere Arztpraxen und Krankenhäuser sowie Tourismusdienstleister ihre IT-Infrastruktur, so Hasselberg weiter.

Im Bereich der IKT-Hardware speziell für die Kfz-Produktion beobachten deutsche Anbieter erste Ansätze hin zu einer IT-basierten Automatisierung. Demnach gibt es einen Bedarf an GPS-gesteuerter Ortung von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen innerhalb eines Werkes, Systemen für die Kommunikation zwischen Maschinen (Internet of Things) und Sensorik für intelligente Fußböden. Aufgrund des höheren Datenaufkommens muss daneben die werksinterne Kommunikation, zum Beispiel via Wlan-Router, ausgebaut werden.

Auf Software-Seite spielt das Thema Sicherheit eine immer größere Rolle. Rolando López, Geschäftsführer des IT-Anbieters Soluciona, beobachtet, dass verstärkt mittelständische Unternehmen Antivirus- und Firewall-Lösungen nachfragen. Der Sicherheitsbereich sei jedoch sehr wettbewerbsintensiv. Von deutscher Seite sind unter anderem G-Data und Avira in Mexiko vertreten. "Daneben greifen immer mehr Firmen auf Cloud-Dienste zurück, zum Beispiel des deutschen Anbieters Artec." Dadurch können sie Back-ups ihrer Daten erstellen oder Software-as-a-Service nutzen. "Auch Lösungen für eine sichere und stabile Datenverbindung der in Mexiko ansässigen Tochterfirmen zu ihren Mutterhäusern im Ausland sind eine interessante Marktnische", so López weiter.

Hier finden Sie den kompletten Artikel von GTAI.