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Mexikos Bedarf an Medizintechnik steigt weiter

Mexiko-Stadt (13.05.2016) Einsparungen im öffentlichen Bereich führen dazu, dass Mexikos Nachfrage nach Medizintechnik 2016 moderater wächst als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Mittelfristig profitieren Anbieter jedoch von zusätzlichen Versicherten, einem großen Modernisierungsbedarf und dem allgemeinen Bevölkerungswachstum. Momentan kommen die stärksten Impulse von privaten Anbietern, denn Versicherte im öffentlichen System zahlen private Zusatzleistungen oftmals aus eigener Tasche.

Mexikos Nachfrage nach Medizintechnik soll von 2014 bis 2019 um jährlich durchschnittlich 6,3% auf US-Dollarbasis zunehmen, so die Prognose des Marktforschungsunternehmens BMI Research. Das Marktvolumen steigt damit in diesem Zeitraum von 4,0 Mrd. auf knapp 5,5 Mrd. US$. Die Wachstumsrate ist deutlich niedriger als in den letzten Jahren. Zwischen 2009 und 2014 lag sie bei 8,9% pro Jahr. Hintergrund der abgeschwächten Prognose sind niedrige staatliche Investitionen und der schwache Wechselkurs des mexikanischen Peso gegenüber US-Dollar und Euro.

Da Erdöl für Mexiko wichtiges Exportgut und Devisenbringer ist, werden der Wechselkurs und die öffentlichen Ausgaben voraussichtlich erst mit höheren Ölpreisen wieder anziehen. Die Ausgaben des Gesundheitsministeriums fallen laut Haushaltsplan 2016 um 5,3% gegenüber dem Vorjahr auf umgerechnet knapp 7,1 Mrd. US$. Die öffentlichen Krankenversicherungen können jedoch schätzungsweise rund 6% mehr ausgeben.

Staat ist wichtigster Nachfrager

Der Staat ist Abnehmer von rund 70 bis 80% der Medizintechnik. Da das öffentliche Gesundheitssystem nicht alle Zahnbehandlungen abdeckt, dürfte das Verhältnis bei Dentaltechnik bei etwa 50% liegen. Bei ophthalmologischen Apparaten sind es etwa 60 bis 70%. Mexiko lag 2013 mit einem Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt von 6,2% unter dem OECD-Durchschnitt von 8,9%. Der öffentlich finanzierte Anteil der gesamten Aufwendungen für Gesundheit war mit 51% ebenfalls vergleichsweise gering.

Mit der staatlichen Basis-Krankenversicherung Seguro Popular wurde der öffentliche Versicherungsschutz in den vergangenen Jahren formell massiv ausgedehnt (Juni 2015: 57,3 Mio. Mitglieder). Versicherte des Seguro Popular haben Zugang zu den Einrichtungen des IMSS (Instituto Mexicano de Seguridad Social) und des Gesundheitsministeriums sowie zu staatlichen Kliniken. Das IMSS verfügte Ende 2015 als größter Krankenversicherer in Mexiko über 60,6 Mio. Mitglieder. Neben Seguro Popular und IMSS existiert mit dem ISSSTE (Instituto de Seguridad y Servicios Sociales de los Trabajadores del Estado) eine dritte große staatliche Krankenkasse, die über eigene Einrichtungen rund 12,9 Mio. Angestellte im öffentlichen Dienst versorgt. Viele Versicherte im öffentlichen System greifen aus Unzufriedenheit, oder weil Leistungen nicht abgedeckt werden auf private Anbieter zurück. Rund 45% des Umsatzes des Gesundheitssektors stammen aus direkten Zahlungen der Haushalte.

Große Qualitätsunterschiede im Privatsektor

Nur 7% der Bevölkerung verfügen laut dem Versicherungsverband AMIS über eine private Krankenversicherung. Der kleine Kreis der privat Versicherten konzentriert sich in den Großstädten und nutzt vornehmlich gut ausgerüstete Privatkliniken finanzstarker Investorengruppen wie Grupo Angeles oder Star Médica. Es existieren mehr als doppelt so viele private Krankenhäuser wie öffentliche, die Qualität schwankt im privaten Sektor jedoch enorm. Neben Kliniken, die dem US-Standard entsprechen, gibt es das Gros kleiner Einheiten, die mit veralteter Technik und ohne verpflichtende Mindeststandards arbeiten. Der Gesundheitstourismus ist ein wachsendes Geschäftsfeld mit einem Umsatz von rund 3 Mrd. US$ im Jahr 2014.