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Mit Freude lautlos in die Zukunft fahren

Trostberg (November 2010) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat es bereits auf der IHM 2010 bewundert: das Brennstoffzellen – Elektroauto, präsentiert am Messestand von Hans Stalleicher aus dem oberbayerischen Trostberg.

„Wir sollten unsere Mobilität möglichst schnell anders, das heißt ohne fossile Brennstoffe organisieren. Das geht sehr wohl“, ist der Elektromeister, Baubiologe und Solarfachberater Fotovoltaik überzeugt. Stalleicher hat die sinnvolle Kombination von Elektroleichtmobilen und der Brennstoffzellentechnik erkannt und setzt sie in der eigenen Werkstatt um. Speziell an dieser Kombination hat bereits ein Schweizer Unternehmen Interesse angemeldet. Da er in Kürze eine Wirtschaftsdelegation mit Staatsminister Martin Zeil nach Zürich begleiten wird, hofft er in dieser Sache einen Schritt weiter zu kommen. Er will die Reise auch nutzen, um Entscheider aus Wirtschaft und Politik kennen zu lernen und so sein Netzwerk zu vergrößern. „Der Austausch mit Fachleuten aus dem Bereich Elektromobilität wird mir neue Anstöße für die weitere Entwicklung meines Unternehmens geben.“ (Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der I.H.M. 2010 zu Besuch auf dem Messestand von Hans Stalleicher)

Stalleichers Elektrozweisitzer sind mit einer EFOY-Feststoffbrennstoffzelle ausgerüstet. Sie wird mit Methanol und nicht etwa mit reinem (Sauerstoff) Wasserstoff betrieben. Diese Technik werde bereits als Bordstromversorgung in Caravans und bei Straßenmeistereien, Stichwort Beleuchtung-Baustellenschilder, eingesetzt, so der Meister. Diese Brennstoffzelle aus Serienfertigung ist verfügbar. Das Methanol ist in Deutschland in über 1000 Verkaufsstellen zu beziehen und mittels Kunststoffkanister einfach und gefahrlos zu tanken. „Reine Wasserstoffbrennstoffzellen sind nicht praktikabel, weil es keine Wasserstoff-Infrastruktur gibt und geben wird“, sagt er. Im Übrigen mache die von ihm praktizierte Technik nur Sinn bei sehr leichten Elektrofahrzeugen mit entsprechend kleinen Batterieausstattungen. Die Brennstoffzelle springt automatisch an, wenn die Batterie nachgeladen werden muss. Sie lädt die Batterien leise und quasi abgasfrei während der Fahrt und bei Standzeiten (auch ohne Elektrodose) nach und schafft damit etwas Unabhängigkeit vom Stromnetz. (Bild: Innovative Werkstatt für Elektromobilität)

Zu Stalleichers Kunden zählen Privatpersonen, Industrie und Gewerbe, Kommunen und Energieversorger. Er plant den bundesweiten Aufbau eines Handels –und Servicenetzes im deutschsprachigen Raum für seine StartLab/EVE Elektrozweisitzer. Vom E-Bike bis zum E-Auto vertreibt und wartet er Elektro-Leichtfahrzeuge. „Ich denke auch daran, mich an einer Elektroautoproduktion zu beteiligen“. (Bild: Elektromeister Hans Stalleicher)

In der Zusammenarbeit mit Bayern Handwerk International sieht der Kleinunternehmer eine willkommene Chance, sein Unternehmen weiter nach vorne zu entwickeln. BHI, die Exportfördergesellschaft des bayerischen Handwerks, hat sich auch die Elektromobilität auf ihre Fahnen geschrieben. Stalleicher: „Ich wurde mit den Aktivitäten von BHI sehr zuvorkommend in Berührung gebracht und werde auch weiterhin gerne mein Spezialwissen hier einbringen“. Der Oberbayer, der auch als Stadtrat engagiert ist, sagt der Elektromobilität eine große Zukunft voraus. Nach den fossilen Brennstoffen habe eigentlich nur der Elektroantrieb eine wirkliche Chance. Fraglich sei allerdings, wie hoch dabei der Anteil der Brennstoffzellentechnologie sein werde. Eines sei sicher: „Unsere Mobilität wird sich mit dieser neuen Antriebstechnologie entscheidend verändern“. (Text: Gerhard Heegen)