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Pkw-Nachfrage in Österreich steuert 2016 auf neues Rekordhoch zu

Wien (29.08.2016) Der Umsatz im österreichischen Fahrzeughandel ist nach drei negativen Jahren 2015 um nominal 3,2% auf 26,1 Mrd. Euro gewachsen und beschleunigt weiter. Damit könnte der Branchenumsatz (Handel mit Kfz, Motorrädern und Zubehör) 2016 erstmals die Marke von 27 Mrd. Euro übersteigen. Gute Aussichten für deutsche Produkte, denn der Anteil der neuzugelassenen Pkw aus Deutschland betrug im 1. Halbjahr 2016 beachtliche 46%.

Österreichs Fahrzeughandel erholt sich nach drei negativen Wirtschaftsjahren. Im Jahr 2015 ist der Spartenumsatz ohne die Werkstätten um 3,2% nominal auf 26,1 Mrd. Euro gestiegen, wie ein Branchenbericht der Bank Austria vom Juli 2016 zeigt. Anfang 2016 hielt die Dynamik an, wobei der Autohandel im Zeitraum Januar bis April sogar ein Umsatzplus von nominal 8% erzielte.

Der Aufschwung soll zumindest bis in den Herbst 2016 anhalten. Das zeigt sich auch daran, dass das Geschäftsvertrauen der Autohändler im 1. Halbjahr fast kontinuierlich gestiegen ist. Unterstützung findet der Optimismus der Unternehmen in der stark gestiegenen Pkw-Nachfrage, die vom verbesserten Konsumentenvertrauen, den steuerreformbedingt höheren Realeinkommen und anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen angetrieben wird. Bis Juni 2016 legten die Erstzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,3% zu, die Gebrauchtwagenummeldungen um 4%. In Deutschland hergestellte Pkw kamen auf einen Marktanteil von 46%, der Absatz konnte im 1. Halbjahr mit +9% sogar überdurchschnittlich zulegen.

Deutsche Automarken sind Marktführer

Der Autohandel wird das hohe Wachstumstempo der ersten Monate im weiteren Jahresverlauf kaum halten können und muss laut Einschätzung der Bank Austria spätestens 2017 wieder mit einer leichten Abkühlung des Fahrzeugabsatzes rechnen. Wachstumsdämpfend wirken vor allem die schwächeren Zuwächse der Haushaltseinkommen und die Tatsache, dass die Nachfrage 2016 ein hohes Niveau erreicht haben wird.

Langfristig werden neue Zulassungsrekorde immer unwahrscheinlicher. Mit 550 Pkw pro 1.000 Einwohner ist der Motorisierungsgrad in Österreich einer der höchsten im europäischen Vergleich (durchschnittlich 500 Pkw pro 1.000 Einwohner). Österreichs Fahrzeugflotte ist eine der jüngsten Europas mit einem Durchschnittsalter von 7,9 Jahren pro Pkw. Zum Vergleich: In Deutschland sind 550 Pkw pro 1.000 Einwohner registriert aber mit einem Durchschnittsalter von neun Jahren.

"Der gesamte Pkw-Bestand in Österreich wird weiter wachsen, nicht zuletzt aufgrund der in den nächsten Jahren noch rasch steigenden Bevölkerungszahlen und der unverändert hohen Bedeutung des Autos im Alltag der Österreicher", resümiert Günter Wolf von der Bank Austria die Absatzperspektiven. Voraussichtlich bleiben aber die Wachstumsraten unter jenen der letzten fünfzehn Jahre, als die Zahl registrierter Pkw in Österreich um durchschnittlich 1,1% pro Jahr zulegte. In den 80er- und 90er-Jahren ist der Bestand sogar um mehr als 3% jährlich gestiegen.

Angespannte Ertragslage im Autohandel

Die Ertragslage der Autohändler hat sich in den letzten Jahren allerdings sukzessive verschlechtert. Verantwortlich dafür waren in erster Linie die rückläufigen Absatz- und Umsatzzahlen, die den Konkurrenz- und Preisdruck verschärften und in weiterer Folge die Händlermargen vor allem im Neuwagensegment unter Druck brachten. Die stark gestiegenen Tages- und Kurzzulassungen sind ein Indikator dafür, dass sich die Kluft zwischen neu zugelassenen und tatsächlich zu Neuwagenkonditionen verkauften Autos erheblich verbreitert hat. 2015 wurden 41% aller neu registrierten Pkw in Österreich innerhalb von 60 Tagen wieder abgemeldet, mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Erst die Erholung des Automarktes 2016 - im 1. Halbjahr ist auch die Zahl der Tageszulassungen um ein Fünftel gesunken - lässt zumindest einen Stopp der Ertragserosion bei den Kfz-Händlern erwarten.

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