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Rohstoffreport Bayern 2012

München (11.02.2014) - Im Rahmen des Jahresthemas 2012 „Energie und Rohstoffe für morgen“ hat der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) bei bayerischen Betrieben des verarbeitenden Gewerbes nachgefragt: Welche Rohstoffe kommen in bayerischen Unternehmen zum Einsatz?

In welchen Bereichen drohen Versorgungsengpässe und bei welchen sind die Preise deutlich gestiegen? Welche Maßnahmen ergreifen die Betriebe und wie kann sie die Politik dabei unterstützen?

Rohstoffpreise und Rohstoffbeschaffung bereiten Unternehmen zunehmend Sorgen

Die Ergebnisse zeigen die neuesten Entwicklungen auf und festigen zum Teil bereits gewonnene Erkenntnisse aus vorangegangenen Studien. So haben die Unternehmen auf breiter Front mit steigenden als auch stark schwankenden Rohstoffpreisen zu kämpfen. Zudem gestaltet sich die Rohstoffbeschaffung zunehmend schwieriger. Die Hälfte der Betriebe, welche Metalle der Seltenen Erden verarbeiten, klagt über Versorgungsengpässe. Besser gestaltet sich die Versorgung mit Industriemineralen, Steinen und Erden sowie Edelmetallen wie Gold und Silber. Hier sind jeweils nur etwa 10 % der Befragten mit Versorgungsschwierigkeiten konfrontiert. Die Ergebnisse sind im Anhang in Abbildung 1 grafisch dargestellt. 

Betriebe ergreifen vielfältige Maßnahmen

Die Unternehmen ergreifen vielfältige Maßnahmen, um auf die sich verändernde Rohstoffsituation zu reagieren. Wie in Abbildung 2 dargestellt, stehen kurzfristige Maßnahmen wie Optimierung der Lagerhaltung, Lieferquellendiversifizierung und langfristig angelegte Lieferverträge im Vordergrund.

Aber auch bei langfristiger angelegten Maßnahmen in den Bereichen Substitution, Rohstoffeffizienz und Recycling werden die Unternehmen zunehmend aktiver. Fast die Hälfte gestaltet ihre Produktionsprozesse effizienter, 31 % nutzen Reststoffe im Betrieb, 22 % verwenden vermehrt Recyclingmaterialien und bereits 27 % substituieren kritische Rohstoffe (siehe Abb. 3). Auch Universitäten beschäftigen sich mit dem Thema Ersatzmaterialien, so etwa die beiden Münchner Universitäten Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und Technische Universität München (TUM) unter dem Dach des „Münchner Geozentrums“.

Freie Märkte gefordert – Politik soll gegen Handelsbeschränkungen vorgehen

Von der Politik erwartet sich die Mehrzahl der Betriebe laut Umfrage ein stärkeres Vorgehen gegen Wettbewerbs- und Handelsbeschränkungen. Eine weitere Forderung sind mehr bilaterale Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern (siehe Abb. 4). Als wichtig erachten die Befragten auch den Bereich Innovation. Demnach wünschen sich jeweils 37 % die Entwicklung von neuen Recycling-Technologien sowie die Stärkung der Forschungsinstitute im Bereich Rohstoff-Substitution. Einige Unternehmen (27 %) sehen den illegalen Abfluss von Sekundärrohstoffen ins Ausland als problematisch und fordern ein Eingreifen der Politik (siehe Abb. 5). 

IHKs sollen Beratungs- und Informationsangebot ausbauen

Von den bayerischen Industrie- und Handelskammern (IHK) erhofft sich fast die Hälfte der Befragten mehr Informationen und Beratungsangebote zum Thema Rohstoffe und Materialeffizienz. So soll vor allem das Internetangebot der IHKs weiter ausgebaut werden (37 %) und fachspezifische Veranstaltungen angeboten werden (26 %). Die IHK-Organisation hat die Bedeutung von Energie und Rohstoffen mit dem Jahresthema 2012 „Energie und Rohstoffe für morgen“ aufgegriffen. Im Rahmen dieses Jahresthemas finden zahlreiche über das Jahr verteilte Veranstaltungen statt. Die bayerischen IHKs werden darüber hinaus ihr Informationsangebot weiter ausbauen und gerade kleine und mittlere Unternehmen noch stärker über die Bedeutung dieser Thematik sowie zu Lösungsmöglichkeiten informieren. Neben Fachveranstaltungen, persönlichen Beratungen und Informationen in den Medien werden auch Seminare das breite Angebot der IHKs erweitern.