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Seychellen wollen eigene Landwirtschaft aufbauen

Pläne zur Hightech-Bewirtschaftung

 

Victoria (08.12.2017) Weil den Seychellen ausreichendes Ackerland fehlt, muss der Inselstaat Hightech denken: Ein hochintensiver Gartenbau und besonders ertragreiche Erzeugung auf kleinen Parzellen, wie in den Niederlanden und Japan, dienen als Vorbilder.

Denn die Seycheller wollen eine eigene Landwirtschaft, um weniger abhängig von Einfuhren zu sein. Dafür müssten sie zuerst einmal Know-how, Technik, Saatgut und Düngemittel importieren. Ein kapitalintensives und sehr langfristiges Projekt.

Eine Diskussion über den Aufbau einer eigenen Agrarindustrie gibt es schon seit Jahrzehnten, ohne dass wirklich etwas geschehen wäre. Die Seychellen können sehr gut vom Tourismus leben, der etwa 70 Prozent des Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet und ein Drittel der Arbeitsplätze stellt. Dank der so generierten Deviseneinnahmen können die Seychellen bislang ihren Nahrungsmittelbedarf zu etwa 70 Prozent importieren. Die eigene Erzeugung ist bislang marginal und stellt lediglich 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Lediglich bei Eiern ist das Land autark. Auch wenn sich der Inselstaat bislang eine solche Politik finanziell leisten konnte, ist es immer wieder zu Engpässen und Nachschubproblemen gekommen. Beispielsweise weil eine Ladung indischer Zwiebeln während des Transports schlecht geworden war und somit die Bevölkerung wochenlang ohne Zwiebeln auskommen musste.

Öffentliche Investitionen sollen die Wende bringen

Immer wieder haben internationale Institutionen - zuletzt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN - die Seychellen gedrängt, ihre Politik zu überdenken und zu öffentlichen Investitionen aufgefordert. Nach einer monatelangen Bedenkzeit wurden sie schließlich von Landwirtschaftsministerin Pamela Charlette erhört. Denn eine eigene Landwirtschaft, so die Hoffnung, soll zukünftig Nahrungsmittelsicherheit garantieren und Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig soll die einzigartige Natur der Seychellen geschützt werden. Im Rahmen eines "National Agricultural Investment Plan" soll die Produktivität gefördert, die Nachhaltigkeit des Fischfangs garantiert und eine Aquakultur entwickelt werden. Formuliert wurde ferner eine "2017 - 2027 National Livestock Policy", mit deren Hilfe eine wettbewerbsfähige Tierzucht auf die Beine gestellt werden soll. In einem ersten Schritt ist vorgesehen, bestehende Betriebe durch bessere Infrastruktur, technische Aufrüstung und eine gezielte Landvergabepolitik zu höherer Produktion zu bewegen.

Diese guten Ansätze können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Weg ein sehr langer ist: Die Hälfte der Landfläche steht unter Naturschutz und kann nicht beackert werden. Landwirtschaftliches Know-how ist kaum vorhanden. Und die Bereitschaft der Bevölkerung zu manueller Arbeit ist begrenzt. Hinzukommen klimatische Herausforderungen.

Hohe Preise wegen eingeschränktem Wettbewerb

Die Einfuhr von Nahrungsmitteln wird bislang von einflussreichen Handelsgesellschaften kontrolliert, die feste Geschäftsbeziehungen mit ausländischen Lieferanten pflegen. Nur so lässt es sich erklären, dass die Seychellen ihren Bedarf vornehmlich in Spanien und Frankreich decken, anstatt aus benachbarten afrikanischen Ländern wie Kenia zu importieren. Diese verkrusteten Strukturen verhindern einen breiten Wettbewerb und führen teilweise zu hohen Nahrungsmittelpreisen. Gleichzeitig müssen seychellische Farmer Materialien und Werkzeuge teuer einführen und sind so international kaum wettbewerbsfähig - Aspekte, die im Rahmen einer neuen Agrarpolitik beachtet werden müssen.

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