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Tunesien: AHK-Umfrage zum Geschäftsklima veröffentlicht

Tunis (05.08.2016) Die in Tunesien aktiven Betriebe blicken derzeit mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Das zeigt eine aktuelle Umfrage, die die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) Tunesien im Juli vorgelegt hat.

 

Die Erhebung "Lage und Perspektiven deutscher Unternehmen in Tunesien 2015/2016" stützt sich auf die Antworten von 192 Teilnehmern mit mehrheitlich deutscher Kapitalbeteiligung. Darunter waren erstmals sowohl Exporteure als auch für den lokalen Markt produzierende Betriebe.

Zu den Ergebnissen zählt, dass sich im vergangenen Jahr 56 Prozent der Befragten über gestiegene Umsätze freuen konnten (2014: 53 Prozent). Allerdings verzeichneten 32 Prozent der Unternehmen und damit deutlich mehr als im Vorjahr (17 Prozent) Umsatzrückgänge. Ein durchwachsenes Bild auch bei den Erwartungen: Für 2016 rechnen 37 Prozent der Betriebe mit Umsatzzuwächsen, 23 Prozent stellen sich auf Rückgänge ein.

Die Personalpolitik spiegelt die Geschäftsentwicklung: 2015 haben 31 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiterzahlen erhöht, 28 Prozent haben sie gesenkt. Für das laufende Jahr planen jeweils 18 Prozent der Befragten, Personal aufzustocken beziehungsweise abzubauen, 59 Prozent gehen von unveränderten Belegschaftsgrößen aus. Ähnlich abwartend zeigen sich die Betriebe bei ihren Investitionsabsichten.

Für den Wirtschaftsstandort Tunesien spricht aus Sicht von 90 Prozent der Unternehmen die geografische Nähe zu Europa, 44 Prozent der Befragten loben die steuerlichen Vorteile in dem nordafrikanischen Land, 41 Prozent das gute Bildungsniveau. Der Faktor Produktionskosten hat dagegen an Bedeutung eingebüßt: Er wurde von 38 Prozent der Umfrageteilnehmer genannt, im Vorjahr waren es noch 47 Prozent gewesen.

Gleichzeitig wünschen sich 77 Prozent der Unternehmen mehr soziale Stabilität, 69 Prozent weniger Bürokratie. Konkret machen den Befragten vor allem Formalitäten beim Zoll, der Zentralbank und den lokalen Behörden zu schaffen.

Vom Freihandelsabkommen "Aleca", das seit 2015 zwischen Tunesien und der EU verhandelt wird, erhoffen sich 30 Prozent der Betriebe positive Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit; 56 Prozent konnten aktuell noch keine Aussagen zu diesem Thema treffen.

Der Bericht "Lage und Perspektiven deutscher Unternehmen in Tunesien 2015/2016" mit weiteren Details steht auf der Website der AHK Tunesien zum Download bereit.