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USA: Modernisierung des Steuersystems

Washington D.C. (29.12.2017) Nach Vorlage der Gesetzesvorschläge von US-Repräsentantenhaus und Senat hat das gemeinsame „Conference Committee“ am 15.12.2017 einen konsolidierten Gesetzestext vorgelegt. Das Gesetz soll am 19.12. im Repräsentantenhaus und am 20.12. im Senat mit der Mehrheit der republikanischen Abgeordneten verabschiedet werden.

Die Unterzeichnung von Präsident Trump wird noch 2017 erwartet, damit die Regelungen zum 1.1.2018 in Kraft treten können.

Mit dem Tax Cuts ans Job Act (TCJA) soll das US-Steuersystem modernisiert und international wettbewerbsfähig ausgestaltet werden. Damit sollen Steuerentlastungen für die kommenden 10 Jahre i. H. v. 1800 Mrd. USD vorgenommen werden. Vorrangiges Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit von US-amerikanischen Unternehmen zu stärken, Wirtschaftswachstum zu erzeugen und neue Arbeitsplätze in den USA zu schaffen. Zugleich soll die Mittelschicht steuerlich entlastet werden.

Kernpunkte der Änderungen

  • Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 35 % auf 21 % zum 1.1.2018
  • Mit der neu eingeführten Sofortabschreibung (zeitlich befristet bis Ende 2022) können Wirtschaftsgüter bereits im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben werden anstatt zeitanteilig auf die Nutzungsdauer.
  • „Base erosion and anti-abuse tax“ (BEAT): Mindeststeuer für konzerninterne Importe in die USA von 10 % (5% in 2018; 12,5 % ab 2026). Überschreiten die Ausgaben einer US-amerikanischen Konzerneinheit (Mutter-/Tochtergesell-schaft/Niederlassung) für empfangene Leistungen (z.B. gezahlte Lizenzgebühren, Dienstleistungsentgelte, Zinsen, jedoch nicht Warenlieferungen und Vorprodukte!) eine Bagatellgrenze von 5 % der gesamten Betriebsausgaben und zehren diese Ausgaben zu mehr als 50 % des Gewinnes auf, so ist diese Mindeststeuer auf die Brutto-Zahlungen zu entrichten. Voraussetzung ist, dass es sich um einen Konzern mit über 500 Mio. USD Gesamtumsatz handelt. Die ursprünglich vom Repräsentantenhaus vorgeschlagene Excise-Tax wurde nicht übernommen.
  •  Mit einer „deemed repatriation of deferred foreign income“ erhalten Unternehmen die Möglichkeit zu einer steuerermäßigten Zurückholung (Repatriierung) von in der Vergangenheit generierten Gewinne (Vermögen) in Offshore-Zentren (Bermudas, Caymans etc.). Steuersatz: 15,5 % Cash; andere: 8 %). Geschätzt liegen in solchen Zentren steuerfrei Gewinne in Höhe von 2,9 Billionen USD. Die Steuerzahlung kann ratierlich auf 8 Jahre verteilt werden.

(Quelle: IHK Schwaben)