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Vietnam zieht ausländische Investoren an

Bonn (09.05.2016) - Vietnam bleibt auch 2016 ein Favorit bei internationalen Investoren. Insbesondere die Nachbarn aus den ASEAN-Staaten engagieren sich nach Angaben von Germany Trade & Invest (gtai) mehr.

Die größten Kapitalgeber bleiben aber Südkorea, Japan und Taiwan, die Teile der Produktionsnetzwerke von China verlagern. Die im Abschluss oder schon in der Umsetzung befindlichen Freihandelsabkommen geben dem südostasiatischen Schwellenland einen zusätzlichen Schub. Die gesteigerte Investitionstätigkeit bietet Zulieferchancen auch für ausländische Firmen.

Ausländische Unternehmen haben 2015 mit 22,8 Mrd. US$ rund 12,5% mehr als im Vorjahr in Vietnam investiert. Die Dynamik setzte sich zum Jahresanfang 2016 fort: Zwischen 1.1.16 und 20.4.16 stiegen die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) um 12% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 4,7 Mrd. $ so das Statistikamt. Rund drei Viertel des ausländischen Kapitals fliest in das verarbeitende Gewerbe. Vietnam hat sich als Standort für die exportorientierten Branchen als attraktive Alternative zu China positioniert. In Dienstleistungen und Wissenschaft wurde hingegen weniger als 5% angelegt.

Besonders in den Fokus ausländischer Investoren geraten ist Vietnam 2015 durch eine Reihe von Freihandelsabkommen. So wurde die von den USA initiierte Trans Pacific Partnership im Grundsatz finalisiert. Diese würde bei Ratifizierung zollbegünstigten Zugang zu 12 Pazifikanrainerstaaten bieten. Da Vietnam die niedrigsten Lohnkosten der Mitgliedsländer hat, positionieren sich exportorientierte Betriebe schon jetzt. Um die Ursprungsregeln erfüllen zu können, muss allerdings eine höhere Wertschöpfung im Land erzielt werden. Vor allem in der Textilindustrie werden daher reihenweise Fabriken für Stoffe und Garne angesiedelt, deren Investoren aus Taiwan, Hongkong, Korea (Rep.), Japan und der VR China stammen.

Die Europäische Union (EU) hat sich im Dezember 2015 auf ein Freihandelsabkommen mit Vietnam geeinigt. Das Ratifizierungsverfahren in der EU ist allerdings noch in der Prüfung, sollten alle Länderparlamente zustimmen müssen, steht das Abkommen auf der Kippe. Bei Ratifizierung hat die EU zugesagt, für 85,6% der Güter sofort die Zölle abzuschaffen, das entspräche 70% des Exportwertes von Vietnam in die EU. Nach sieben Jahren sollen für über 99% der Waren die Zölle auf null sinken. Dagegen befindet sich die ASEAN Economic Community (AEC), die zollbegünstigten Zugang unter den Mitgliedsstaaten der Association of Southeast Asian Nations bietet, bereits in der Umsetzung.

Hier finden Sie den kompletten Artikel von gtai.