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Wassermangel setzt Kuba unter Druck

Havanna (28.10.2016) Kuba will 2017 trotz knapper Devisen mehr Geld in die Wasserversorgung und -reinigung investieren. Bereits in den vergangenen Jahren sind die Ausgaben konstant gewachsen. Laut dem Nationalen Institut für Wasserressourcen (Instituto Nacional de Recursos Hidráulicos - INRH) sollen die Mittel 2017 auf gut 400 Mio. US$ steigen, nachdem 2016 rund 380 Mio. US$ investiert werden. Ausländische Unternehmen sind vielfach als Dienstleister und Technologielieferanten involviert.

Die kubanische Regierung muss aufgrund von Dürren und hohen Verlusten der bestehenden Infrastruktur mehr für die Wasserwirtschaft tun. 2016 und 2017 liegt der Schwerpunkt der Maßnahmen darauf, die Wasserbestände und -lieferungen anhand von Wasserzählern genauer zu messen. Das INRH will eine vollständige Messung im öffentlichen Sektor erreichen, im Wohnungsbereich sollen zunächst 12% der Haushalte eingebunden werden. Dadurch steigt die Nachfrage nach Messausrüstung.

Daneben stößt das INRH den Ersatz von bestehenden durch wassersparende Armaturen an. Staatlichen Stellen und dem Wohnsektor sollen mehr entsprechende Produkte zur Verfügung gestellt werden. Über die staatlichen Einzelhandelsketten CIMEX und TRD Caribe werden pro Jahr rund 2 Mio. Einheiten vertrieben. Die Preise für besonders stark nachgefragte Produkte wie Wasserhähne, Waschbecken, Verbindungselemente und Toilettenspülungen wurden gesenkt.

Regierung reagiert mit Investitionsprogrammen

Bereits 2012 verabschiedete der kubanische Ministerrat eine neue Strategie für den Wassersektor, die sich in verschiedene Unterprogramme gliedert. Am umfangreichsten ist das Programm zur Reduzierung von Verlusten in den Wassernetzen (Programa de Reducción de Pérdidas en la Conducción de Agua, Saneamiento y Drenaje), in dessen Rahmen seit 2012 das Wassernetz in zwölf Städten des Landes erneuert wird, unter anderem Santiago de Cuba, Guantánamo, Las Tunas, Holguín, Camagüey und Havanna. Die Arbeiten werden in den kommenden Jahren fortgeführt. Außerdem bestehen Programme für die effiziente Wassernutzung, für den Tourismussektor, wo es immer wieder zu Wasserengpässen kommt, für neue Wohnsiedlungen und für die zur Instandsetzung und Erneuerung von Pumpen.

Die Maßnahmen werden immer dringender, da das Land in den vergangenen zwei Jahren aufgrund ausbleibender Regenfälle von Dürren heimgesucht wurde. Besonders die östlichen Landesteile wie Santiago de Cuba, Palma Soriano und Tercer Frente sind betroffen. 2016 sind die Niederschläge stärker als in den Vorjahren, trotzdem ist der Wasserstand vieler Reservoirs kritisch. Im Oktober 2016 hat zudem der Hurrikan Matthew Teile der Wasserinfrastruktur zerstört.

Zahlreiche Projekte in Vorbereitung und Durchführung

Um die betroffenen Gebiete mit zusätzlichen Wasserreserven zu versorgen, werden zurzeit an verschiedenen Stellen Kanäle gebaut und instand gesetzt. So soll Santiago de Cuba über einen 21 km langen Kanal vom Stausee Carlos Manuel de Céspedes mit zusätzlichem Wasser versorgt werden. In den Provinzen Sancti Spíritus und Ciego sowie in Holguín baut das INRH zwei neue Hauptleitungen, welche vorwiegend die Landwirtschaft, insbesondere den wasserintensiven Reisanbau, versorgen sollen.

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