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Wirtschaftsraum wächst zusammen: Delegation aus Pilsen auf der BioFach

Nürnberg (20.02.2013) - Intensive Gespräche, individuelle Beratungen und viele neue Geschäftskontakte – das ist die Bilanz der zweiten EEN-Delegationsreise tschechischer Unternehmer zur BioFach. Den Besuch der Weltleitmesse für Bioprodukte in Nürnberg hatten das tschechische Business Innovation Centre Pilsen (BIC) und Bayern Handwerk International (BHI) organisiert, die beide Mitglieder im Enterprise Europe Network (EEN) sind.

 

Während des Messerundgangs mit Hubert Rottner-Defet, Mitbegründer der BioFach, erhielten die tschechischen Unternehmer einen Überblick über den deutschen Biomarkt, der 2012 um sechs Prozent auf über sieben Milliarden Euro Umsatz zugelegt hat. International werden mit Bio-Produkten rund 63 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Über 37 Millionen Hektar Anbaufläche in 162 Ländern werden mittlerweile ökologisch bewirtschaftet. Gerade für Bio-Produkte ist regionale Nähe jedoch ein wichtiges Kriterium. „Die direkte Nachbarschaft Tschechiens ist für uns ein großer Vorteil“, betonte BHI-Geschäftsführer Andreas Gfall. „Unser Ziel ist es, den gemeinsamen Wirtschaftsraum voran zu bringen.“ 
 
Aus seiner Erfahrung als Unternehmer in Tschechien berichtete Georg A. Bader, Geschäftsführer der tschechischen Heilkräuterfirma Extravit. Rund 70 Prozent seiner Produktion verkauft das Unternehmen nach Deutschland, alleine im Biosektor sei das Geschäft in den letzten vier bis fünf Jahren um 20 Prozent gewachsen. „Wir haben unsere Kapazität erweitert und sind jetzt auf der Suche nach neuen Partnern“, so Bader. Für den Absatz von Heilkräutern sei Deutschland der wichtigste Markt, der zugleich die strengsten Vorgaben mache. Der Austausch funktioniert aber auch anders herum: „Wir importieren zum Beispiel Gewürze nach Tschechien“, erklärte der Unternehmer.
 
Auf dem Stand des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begrüßte Amtschef Martin Neumeyer die Gruppe. Er hob die Bedeutung des Biosektors für die Landwirtschaft hervor: „Die Biobranche boomt. Es ist ein Wachstumssektor.“ Wichtig sei, dass der Staat mit Förderprojekten und Bildungsprogrammen Akzente setze. Seit 1993 organisiert das Staatsministerium den Gemeinschaftsstand auf der BioFach. Er stellt auch 2013 sie stärkste Fachmesse-Beteiligung des Ministeriums dar: 22 bayerische Hersteller präsentierten auf einer Fläche von rund 370 Quadratmetern eine große Vielfalt an Biospezialitäten aus Bayerns Regionen.
 
„Südtirol ist ein Lebensgefühl, nicht nur eine Region“, mit diesen Worten begrüßte EOS-Manager Markus Walder die Delegation auf dem Gemeinschaftsstand Südtirol. Natürlich durfte der Apfel als Wahrzeichen nicht fehlen, es präsentierten sich aber auch weitere Firmen, wie zum Beispiel Hersteller von Holzböden.  „Die Teilnehmer haben vor allem von sehr intensiven Einzelgesprächen und individuellen Beratungen profitiert“, fasste Organisatorin Edith Böhm (BHI) die ersten Ergebnisse der Delegationsreise zusammen. „Die Grundlagen für weitere Geschäftskontakte sind da.“
 
Von den rund 2.400 Ausstellern und 41.500 Fachbesuchern aus 129 Ländern waren fast die Hälfte (43 Prozent) internationale Gäste. Unter die Top Five der Besucherländer schafften es neben Deutschland auch Italien, Österreich, Frankreich und die Niederlande. Die Zeichen stehen weltweit auf Wachstum: Das Potenzial im Markt sei bei anhaltend wachsender Verbrauchernachfrage noch lange nicht ausgeschöpft, so der internationale Schirmherr der BioFach, die International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM), sowie der nationale ideelle Träger, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). +++  Text und Fotos: Barbara Lohss