Minges Kaffeerösterei: „Beißen, kratzen, kämpfen“ für den Auslandserfolg

Bamberg (September 2021) Im oberfränkischen Breitengüßbach befindet sich ein neues Mekka für Kaffeeliebhaber. Die Minges Kaffeerösterei hat in den letzten Jahren nicht nur den deutschen Markt erobert, sondern setzt vor allem in Osteuropa neue Kaffeetrends.

Für echte Kaffeefans ist Minges schon lang mehr als ein Geheimtipp: In dritter Generation steht die fränkische Minges Kaffeerösterei für feinste Kaffeespezialitäten. Ob klassischer Filterkaffee, Kaffeepads oder –kapseln,  Espresso oder Café Crema, die Produktpalette des Unternehmens ist breit gefächert. Was 1932 mit Fritz Minges als Bamberger Lebensmittelgeschäft mit Kaffeerösterei begann, ist heute mit Enkel Ulli Minges als Geschäftsführer ein kleines Kaffeeimperium, das mit einer Exportquote von rund 40 Prozent weltweit etwa 40 Länder beliefert.

Als „jung, wild und hungrig“, beschreibt sich Ulli Minges selbst, als er 1997 seine Lehre im Familienbetrieb begann. Er träumt groß, holt sich ein paar „blutige Nasen" und kann seine Visionen doch umsetzen. 2000 knackt das Unternehmen erstmalig die 1-Millionen-Umsatzmarke. Das Unternehmen wagt den Schritt aus Bamberg und vergrößert sich im Laufe der Jahre immer weiter. In Breitengüßbach bei Bamberg entsteht eine große Spezialitätenrösterei.

Aus Bamberg in die Welt

Doch der deutsche Markt ist nicht genug. 2019 wurde mit der Minges Kaffee Austria GmbH – heute als Alvorada Kaffeerösterei bekannt - eine Niederlassung im Herzen Wien eröffnet. Mit der Industrie- und Handelskammer wurde eine Ausschreibung in Italien begleitet, ansonsten erobert das Unternehmen internationale Vertriebskanäle in ganz Europa vor allem durch viel Eigeninitiative. „Man muss beißen, kratzen, kämpfen“, um den jeweiligen Markt zu erobern. „Ganz von allein, klappt das nicht. Das Produktportfolio muss überzeugen“, so Minges. Es sei schwer mit großen, bereits etablierten Kaffeemarken zu konkurrieren.

Doch vor allem in Osteuropa ist das gelungen. In Rumänien oder auch in Moldawien hat die Minges Kaffeerösterei auf Zukunfts- und Perspektivenmärkte gesetzt und kann sich dort auch gegen größere Firmen durchsetzen. Heute beliefert Minges den chinesischen Markt, ist in amerikanischen Walmart-Ketten zu finden und hat weltweit Kunden, darunter in Saudi-Arabien, der Ukraine oder Weißrussland. „Es gibt sogar Auslandsmärkte, in denen wir eine besser Distribution haben als in Deutschland“, verrät Ulli Minges.

Wer selbst mit dem Gedanken spielt, den Auslandsgang zu wagen, für denjenigen hat der Bamberger Geschäftsführer vor allem einen guten Rat: Viel Leidensfähigkeit! „Wir haben uns einige blaue Augen und blutigen Nasen geholt", es lohne sich daher vorher den Markt ganz genau anzuschauen. Vor Ort brauche es einen Partner, der wirklich an einer Zusammenarbeit interessiert sei. Auch die frühe Integration in einen Markt sei wichtig, um Wachstumsschübe mitzumachen.

Für die nahe Zukunft sind nun keine neuen Markterschließungen geplant: „Unser Ziel ist die Exportkonsolidierung“, so Minges. Die bestehenden Auslandsmärkte sollen stabilisiert werden. Der Heimatmarkt soll jetzt kräftig aufgemischt werden, „wir möchten mit Innovation und Differenzierung inmitten der deutschen Markeneintönigkeit punkten."