Smart technology concept with global logistics partnership for Logistics Import Export background
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Auf den richtigen Lieferanten kommt es an

Lieferanten entwickeln sich zunehmend vom klassischen Zulieferer ‎zum strategischen Partner. Da Einkäufer immer mehr Aufgaben an ihre Lieferanten ‎übertragen, steigt deren Bedeutung für die beschaffenden Unternehmen. Das gilt vor allem für kleine ‎und mittelständische Firmen. Besonders sie streben nach langfristigen ‎Beziehungen zu ihren Lieferanten. ‎

Für Unternehmer stellt sich die Frage, wie und wo finde ich den richtigen Partner?

In drei Schritten können Sie eine passende Einkaufsstrategie entwickeln:

  1. Bedarf ermitteln
  2. Beschaffungsmarkt analysieren
  3. Lieferanten finden

Für welche Teile und Komponenten sich Global Sourcing überhaupt eignet, lässt sich ‎mit Methoden der Potenzialanalyse herausfinden. Diese achtet neben den ‎erforderlichen Mengen und Stückzahlen auch auf das benötigte Material. Daneben spielen der ‎Lohnkostenanteil sowie die strategische Bedeutung des Bauteils für das Produkt sowie ‎die Positionierung des einkaufenden Unternehmens im Wettbewerb eine Rolle. Erste Einschätzungen der für die Materialgruppe bevorzugten Beschaffungsregionen ‎und die Bestimmung der zu erwartenden Einsparpotenziale legen die Grundlage für ein erfolgreiches Global Sourcing.‎

 

Wo lässt sich ein bestimmtes Produkt am besten einkaufen? Wenn Sie diese Frage ‎beantworten wollen, sollten Sie bei der Analyse von Beschaffungsmärkten ‎verschiedene Faktoren berücksichtigen. ‎Wir haben Ihnen dazu einige aufgelistet:

  • Faktor Angebot: Wie sieht das Angebot potentieller Lieferanten im gewünschten Beschaffungsmarkt aus? Welche Qualität bieten die Unternehmen? Gibt es ausreichend verfügbare Fertigungskapazitäten?

  • Faktor Preise: Welches Preisniveau herrscht vor? Berücksichtigen Sie neben Arbeits- und Kapitalkosten auch Steuern und Abgaben, Subventionen, Zölle, Transport- sowie Versicherungskosten.

  • Faktor Fachkräfte: Finden Lieferanten in dem Land ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte oder herrscht Fachkräftemangel?

  • Faktor Zollvorschriften: Wie sehen die Import- und Exportvorschriften aus?

  • Faktor Infrastruktur: In welchem Zustand befindet sich die Infrastruktur? Arbeiten Häfen und Zollbehörden effizient oder sind lange Verzögerungen die Regel?

  • Faktor Geographie: Sind Lieferverzögerungen oder Unterbrechungen der Lieferkette zu erwarten, weil der Beschaffungsmarkt regelmäßig von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Stürmen getroffen wird? Prüfen Sie die genaue geografische Lage eines Lieferanten, z.B. über Online-Kartendiensten.

  • Faktor Währung: Gibt es Zahlungs- und Währungsrisiken und wie können Sie sich dagegen absichern?

  • Faktor Politik: Herrscht in dem Beschaffungsmarkt politische und soziale Stabilität? Wie groß ist der Einfluss der Gewerkschaften und wie steht es um den Sozialen Frieden?

Wenn Sie detaillierte Informationen zu einzelnen Beschaffungsmärkten suchen, stehen ‎Ihnen die Fachbereiche „Internationalisierung“ bei den IHKs und Handwerkskammern zur Verfügung.

  • ‎zur aktuellen wirtschaftlichen Lage im geplanten Beschaffungsmarkt

  • bestehenden Handelsabkommen

  • Förder- und Absicherungsmöglichkeiten

  • bestehenden lokalen Netzwerken

  • und Informationsquellen, in denen Sie potenzielle Lieferanten recherchieren können.‎

Länderinformationen selbst recherchieren

Für erste Recherchen gibt es zudem eine Reihe von kostenfreien Datenbanken mit ‎aktuellen Länderinformationen. Eine Auswahl: ‎

Nachdem Sie die relevanten Zielregionen eingegrenzt haben, ermitteln Sie dort ‎potenzielle Lieferanten.  Dabei unterstützen Sie internationale Unternehmensdatenbanken genauso wie die deutschen Auslandshandelskammern vor Ort.

Nutzen Sie die Angebote und Dienstleistungen der AHKs bei der Suche nach geeigneten ‎Lieferanten. Die AHKs sind lokal exzellent vernetzt und verfügen über ‎Informationsquellen und Datenbanken, mit denen sie Unternehmen dabei helfen, ‎potenzielle Lieferanten in dem Beschaffungsland zu durchleuchten. Einige AHKs sind ‎besonders auf die Bedürfnisse von Einkäufern in deutschen Unternehmen eingestellt.‎ Die Global Sourcing Services der AHKs haben wir für Sie auf einen Blick aufgelistet! Hier finden Sie eine Übersicht über Dienstleistungen einzelner AHKs im Bereich Beschaffung und Lieferantensuche.

Je nach Region und Materialgruppe gibt es verschiedene Institutionen, ‎Datenbanken, Kataloge oder auch Fachmessen, die Sie nutzen sollten, um mögliche ‎Lieferanten zu ermitteln.‎

Datenbanken (Auswahl):

  • „Wer liefert was“ ist eine Einkäuferdatenbank für Deutschland, Österreich und die ‎Schweiz. Sie listet nach eigenen Angaben rund 570.000 Unternehmen und hat ‎monatlich 1,3 Millionen Besuche von professionellen Einkäufern. ‎

  • Die Internationale Kompass Datenbank bietet B2B-Kontakte in über 70 Länder und ‎über das gesamte industrielle Spektrum hinweg.‎

  • Europages ist eine Datenbank mit Fokus auf kleine und mittelgroße Unternehmen in 26 ‎Sprachversionen. Sie hat jeden Monat über zwei Millionen Nutzer aus aller Welt. ‎Schwerpunkte sind Europa und Asien.‎

  • Das weltweit ausgerichtete Online-Produktverzeichnis für die Industrie gibt es in 16 ‎Sprachen. Es führt nach eigenen Angaben mehr als 300.000 verifizierte Unternehmen ‎und über 3,1 Millionen Produkten auf. ‎

  • Die Partnering Opportunity Database  des EEN (Enterprise Europe Network) bietet auf für Mittelständler zugeschnittene internationale Kooperationsangebote nach Branchen und Ländern sortiert:

IHK-Tipp:

Lassen Sie die IHK für sich recherchieren!

Viele IHKs bieten als Dienstleistung ihren Mitgliedsunternehmen passgenaue ‎Adressrecherchen an  auch auf internationalen Märkten. ‎