Chancen in Entwicklungs- und Schwellenländern nutzen – mit dem Business Scout

Martin Bader ist seit Anfang des Jahres „Business Scout for Development“ im Außenwirtschaftszentrum Bayern. Als Business Scout verknüpft er Anliegen und Aktivitäten der Wirtschaft mit nachhaltigen Zielen der Entwicklungszusammenarbeit. Wir sprechen mit ihm über die Schwerpunkte seiner Tätigkeit und wie genau er bayrische Unternehmen unterstützen kann, wirtschaftliche Chancen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu nutzen.

Was bedeutet Entwicklungszusammenarbeit?

Im weiteren Sinne jede Kooperation, die darauf ausgerichtet ist, nachhaltige Entwicklungsziele zu realisieren – wie vor allem die sogenannten „Sustainable Development Goals“ (SDGs). 
Bei der EZ (Entwicklungszusammenarbeit) muss man grundlegend zwischen TZ (also Technischer Zusammenarbeit) und FZ (Finanzielle Zusammenarbeit) unterscheiden: 
TZ bedeutet z.B. dass die GIZ in einem Partnerland durch Bereitstellung von Expertise die Entwicklung eines Marktes für Erneuerbare Energie ermöglicht. Auf die TZ folgt dann im besten Fall die FZ, in dem die KfW dem Partnerland dann spezifische Kredite zur Verfügung stellt. Das kann z.B. dadurch ermöglicht werden, dass Haushalte und Firmen sich über günstige Kredite eine Photovolotaik-Aufdachanlage finanzieren können.
 

Welchen Vorteil hat das nun für bayrische Unternehmen? 

Viele Projekte der Entwicklungszusammenarbeit haben sowohl indirekte, als auch direkte Vorteile für die deutsche und die bayerische Wirtschaft. 
Indirekt kommt das Bayern als wirtschaftsstarke Exportregion besonders zugute: Schließlich zielen die meisten Projekte auf eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung der Partnerländer ab, dadurch steigt in diesen Ländern unter anderem auch die Nachfrage nach deutschen Produkten.
Direkte Vorteile können auf sehr unterschiedliche Art und Weise erzielt werden und unterscheiden sich je nach Unternehmen: möchte man in einem Entwicklungsland produzieren oder soll es ein weiterer Absatzmarkt werden?  

Können alle bayerischen Unternehmen, die in Entwicklungsländern aktiv sind oder aktiv werden wollen, Sie kontaktieren?

Prinzipiell Ja. Mein Angebot richtet sich insbesondere an mittelständische Unternehmen in Bayern und geht von der Information zu entwicklungspolitischen Fragestellungen bis hin zur Unterstützung bei der Antragstellung und Umsetzung von Projekten.

Dabei sollte im besten Fall schon ein spezifisches Interesse an einem Land oder einer Region in der Anfrage formuliert werden. Das spezifische Interesse lässt sich grob in drei Bereiche gliedern:

  1. Interesse an Netzwerken und Kontakten vor Ort 

  2. Interesse an spezifischen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten 

  3. Interesse an Ausschreibungen.
     

Was können Sie den anfragenden Unternehmen konkret anbieten?

Dies ist je nach Sektor, Region, Ausrichtung und Kapazität des Unternehmens sehr unterschiedlich. An erster Stelle identifiziere ich gemeinsam mit dem Unternehmen, welche Kontakte, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, aber auch eventuelle Ausschreibungsmöglichkeiten, relevant sein könnten. Kommen spezifische Förder- und Finanzierungsinstrumente in Frage, präsentiere ich diese im Detail. Daraufhin schätze ich mit dem Unternehmen das Potential möglicher Vorgehensweisen ab und unterstütze gegebenenfalls eine Antragsstellung.

Was sind Ihre nächsten Termine um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen?

Ich freue mich bei den Veranstaltungen aller bayerischer IHKs unterstützen zu dürfen. Bayernweit ist da vor allem das Lateinamerika Forum in Augsburg am 06. Mai 2024 und das Afrikaforum Bayern 2024 am 20. Juni in München zu nennen. 
Aber um mit mir ins Gespräch zu kommen, bedarf es keiner bestimmten Gelegenheit: Ich freue mich über Anfragen an meine E-Mail-Adresse.

Eine letzte Frage noch: wie wird man Business Scout?

Ich denke die Wahl fiel auf mich, da ich eine langjährige Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit vorweisen kann. Zur Förderung von Erneuerbarer Energien war ich für die GIZ v.a. in Tunesien und Bangladesch tätig. Davor war ich bereits bei einer AHK tätig und danach mehrere Jahre in der Consultingwirtschaft. Ich hoffe daher, für bayerische Unternehmen auf allen relevanten Ebenen die bestmögliche Unterstützung bieten zu können.