Russlands Krieg gegen die Ukraine: Das sagt die AHK Ukraine

Alexander Markus ist Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer. Er gibt einen kurzen Überblick über die aktuelle Situation in der Ukraine.

Ist die Deutsch-Ukrainische AHK noch in der Ukraine vor Ort oder konnten Sie und die Mitarbeiter das Land bereits verlassen?

Ich selbst musste das Land nach dem Aufruf des Auswärtigen Amtes verlassen, weil mit so einem Aufruf sofort jeglicher Versicherungsschutz ausläuft. Aber der Großteil des AHK Teams ist immer noch im Land und ist den Folgen dieses Krieges ausgesetzt.

Wie überrascht waren Sie vom Angriff Russlands?

Ja, ich war überrascht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass so etwas passiert, weil es einfach so rein gar keinen Sinn macht. Was erreicht man in der modernen Welt mit Granaten und Bomben? Da sind doch am Ende alle Verlierer. Ich glaube, dass sich die russische Seite kräftig verrechnet hat und dass die an ihre eigene Propaganda geglaubt haben.

Wie viele deutsche Unternehmen sind aktuell in der Ukraine tätig und welche Auswirkungen wird die Krisensituation konkret für diese Unternehmen haben? Wie unterstützt die AHK diese Unternehmen aktuell?

Vor dem Kriegsausbruch waren es schätzungsweise 2.000 aktive Unternehmen mit deutscher Beteiligung. Wieviel am Ende davon überbleiben und irgendwann die Arbeit wieder aufnehmen, vermag ich nicht zu sagen.

Mit welchen wirtschaftlichen Auswirkungen müssen wir jetzt in Deutschland rechnen?

Die Auswirkungen werden wir bei den Lebensmittelpreisen sowie im Automobilbereich spüren. In einigen Bereichen war die Ukraine unter den größten Exporteuren bei Lebensmitteln, Honig, Getreide, Pflanzenöle, Beeren, Zucker – das alles sind typische landwirtschaftliche Exportprodukte des Landes. Im Automobilsektor werden vor allem elektronische Zulieferteile und Kabelnetze in der Ukraine hergestellt. Das ist mit Produktionsverzögerungen zu rechnen, falls diese Teile aus der Ukraine geliefert hätten werden sollen.