puzzleYOU: Onlineshops sichern Auslandserfolg

Altenstadt an der Waldnaab - Mit durchdachtem Onlinemarketing und dem Fokus auf internationalen E-Commerce hat puzzleYOU aus der Oberpfalz mit personalisierbaren Puzzles zahlreiche Auslandsmärkte im Sturm erobert.

2009 wurde die puzzle & play GmbH in Altenstadt an der Waldnaab gegründet. Das erklärte Ziel des Unternehmens: Mit personalisierbaren Puzzles eine Lücke auf dem deutschen Markt schließen. Der Erfolg lies nicht lange auf sich warten und so wurden schon zwei Jahre später Länder wie Österreich, Großbritannien und Frankreich aus der Oberpfalz beliefert. Heute können die individuellen Puzzles in 16 Ländern der Welt bestellt werden, darunter alle wichtigen europäischen Länder sowie die USA. Eine Erschließung der südosteuropäischen Länder ist in den nächsten Jahren geplant. Die großen Puzzlemärkte bereits erfolgreich erschlossen, auch dank der Unterstützung des Förderprogramms Go International. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 42 Mitarbeiter in den Bereichen IT-/Softwareentwicklung, Onlinemarketing, Kundenservice und Verwaltung.

ÌHK als Berater für Steuern und Zoll

Das schnelle Wachstum erklärt sich Geschäftsführer Franz Trescher durch den eigenen Onlineshop. Zwar können die Produkte auch über Marktplätze wie beispielsweise Amazon erworben werden, doch viele Kunden bestellen lieber direkt über die Website. Die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim bezeichnet puzzleYOU als Paradebeispiel für internationalen E-Commerce: Das Unternehmen sei online erfolgreich im Ausland. Die Zusammenarbeit zur IHK Regensburg ist von Beginn an eng. Vor allem in der Anfangszeit war die IHK ein guter Berater bei steuerlichen Rahmenbedingungen und unklaren Zollfragen.

Länderspefizischer Onlineerfolg

Doch was sind Kennzahlen für den Onlineerfolg des Unternehmens? „Wir legen viel Wert auf Details bei unseren internationalen Web-Shops“, sagt Trescher. So gibt es für jeden Ländershop eine eigene Länderseite mit individueller Länderdomain. Während Kunden in Deutschland auf www.puzzleyou.de shoppen, bestellen französische Kunden ihre Puzzles auf www.puzzleyou.fr und Schweizer Kunden beispielsweise auf www.puzzleyou.ch. „Wir merken das doch selbst an unserem Kaufverhalten. Deutsche kaufen lieber über Webshop mit .de, so geht das den Franzosen auch“, weiß Trescher. Für die Websites werden Muttersprachler im Kundenservice und im Marketing eingesetzt, denn „englisch ist zwar Weltsprache, aber der Niederländer will eine niederländische Website.“ In diesem Jahr soll auch ein norwegischer Webshop entstehen. Für den Erhalt der Länderdomain ist jedoch die Registrierung eines Tochterunternehmens in Norwegen notwendig – solche „rechtlichen Dinge beachten viele Unternehmen überhaupt nicht.“

Wichtig für den ausländischen Onlineerfolg seien laut Trescher zwei wesentliche Punkte: Das Engagement in SEA-Kampagnen sowie eine länderspezifische Suchmaschinenoptimierung (SEO). Vor allem die Mobile Usability, also die optimale Darstellung der Webinhalte auf mobilen Geräten, sei ein von vielen Firmen unterschätzter Faktor. „Bei uns ist das besonders wichtig, da die Kunden die Fotos sowieso auf dem Smartphone haben – unsere Puzzles können direkt über das Handy personalisiert und bestellt werden“, so Trescher.

 

Besonderheiten beachten

Es sei zudem besonders wichtig lokal bekannte und etablierte Zahlungsarten anzubinden. Während in Deutschland der Rechnungskauf besonders beliebt sei, wirke das im Ausland eher abschreckend. Die in Frankreich gängige Carte Bleue sei außerhalb des Landes kaum bekannt. Auch beim Checkout des Warenkorbs gibt es länderspezifische Besonderheiten, die Trescher manchmal zum Schmunzeln bringen: „Ich entdecke immer wieder Websites, die auch in Deutschland das Bundesland abfragen. Hier sieht man das die Shops einfach ohne große Mühe plump für den deutschen Markt übersetzt wurden“. Denn während in Deutschland das Bundesland keine große Rolle spielt, ist die Angabe in den USA obligatorisch. Auch bei Themen des Versands und der Retoure bedarf es einer guten Vorarbeit. In den USA ist die Lieferung in sogenannte Remote Areas beispielsweise sehr problematisch, „da kann es ohne Vorbereitung schnell zu Rückläufern und unnötigen Kosten kommen.“

Treschers Tipp, um online erfolgreich im Ausland zu werden und zu bleiben: Eine umfangreiche Datenanalyse. Es reiche nicht einen Webshop aufzubauen, man müsse diesen auch kontinuierlich prüfen und überarbeiten. Wichtige Aspekte seien dabei das User- und Absprungverhalten einzelener Seiten des Online-Shops. Es gäbe kein Patentrezept für alle Länder weltweit, man muss ins „Mauseloch hinein und konsequent analsieren und optimieren.“