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10 Jahre Entwicklungszusammenarbeit beim AWZ: 2022 liegt der Fokus auf dem Westbalkan

Seit zehn Jahren gibt es den EZ-Scout / Business-Scout beim Außenwirtschaftszentrum Bayern. Oliver Wagener gibt ein Resümee und berichtet über seine alltägliche Arbeit.

Zehn Jahre EZ - wie kam es eigentlich zum EZ-Scout und wie hat sich das Aufgabengebiet in den letzten Jahren verändert?

2011 entsandte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die ersten EZ-Scouts als Berater an der  Schnittstelle von Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit, unter anderem zum Außenwirtschaftszentrum Bayern, aber auch deutschlandweit zu den Sptzenverbänden der Wirtschaft, Industrie- und Handelskammern und Branchenverbänden. 2012 startete meine Vorgängerin Almuth Dörre beim Außenwirtschaftszentrum Bayern mit dem Ziel, Unternehmen sowie Kammern und Verbände zu einem vermehrten Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern zu bewegen. Der EZ-Scout versteht sich als Lotse, der Unternehmen an die Hand nimmt und sie durch den Förder- und Finanzierungsdschungel lotst.

Seit 2016 berate ich den bayerischen Mittelstand mit individuellen Beratungs- und Betreuungsangeboten. Ich stehe bei Veranstaltungen der Industrie- und Handelskammern zur Verfügung, biete Sprechtage, Inhouse-Beratungen – aber auch den Virtuellen Sprechtag an. Ich begleite Unternehmen von der ersten Idee bis zur Projektumsetzung.

 

Warum wurde der EZ-Scout 2021 zum Business-Scout? 

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat das Programm im Januar 2021 neu gestartet. Es nutzt die Erfahrungen und Synergien, die sich aus der Zusammenführung von fünf Vorgänger-Programmen ergeben, darunter auch der „EZ-Scouts“.. Die Business Scouts for Development bieten eine internationale Ansprechstruktur in rund 30 Einsatzländern für Unternehmen, die neue Märkte in den Blick nehmen und sich entwicklungspolitisch engagieren möchten. Neu ist demnach vor allem dieses global agierende Netzwerk und der Fokus auf Schwerpunktthemen wie Digitalisierung, Klima und Umwelt oder Nachhaltiges Lieferkettenmanagement.

Im Oktober waren Sie in Ihrer Funktion als Business Scout auf dem Balkan? Wieso? 

Die sechs Länder des Westbalkans sind Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Vor allem seit der Corona-Pandemie ist der Westbalkan wieder stärke in den Fokus geraten. „Nearshoring“ und die Diversifizierung von Lieferketten sind hier passende Schlagworte. Wir sehen hier umfangreiche Chancen und große Potenziale für deutsche Unternehmen direkt vor unserer Haustür.

Im Oktober konnte ich mir im Auftrag der GIZ während einer einwöchigen Markterkundungsreise in Gesprächen mit Kammermitgliedern, Unternehmern, Wirtschaftsvertretern und Investoren in Sarajevo, Belgrad und Banja Luka einen Eindruck von den dortigen Potenzialen verschaffen.

Was war das Highlight der Reise? Was können Sie im Nachgang mitnehmen? 

Die Markterkundungsreise hat gezeigt, dass die Länder sich sowohl als Investitions- als auch Sourcingstandorte gut eignen. Die einzelnen Ländern haben es aufgrund ihrer Größe nicht leicht, als eigenständige Märkte wahrgenommen zu werden, als gemeinsame Wirtschaftsregion bilden SerbienBosnien-HerzegowinaNordmazedonienMontenegroKosovo und Albanien aber einen sehr lukrativen Markt. Die Staaten orientieren sich stark an der EU, es werden Zollschranken abgebaut..  Vor allem die Brachen Automotive, Metallverarbeitung, aber vor allem auch „grüne“ Themen wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Abwassermanagement und generell Umwelttechnologien bergen großes Potenzial.

Mein persönliches Highlight waren Treffen mit Vor-Ort-Unternehmen aus der Abfall- und IT-Branche. Die Unternehmen sind sehr professionell, innovativ und als mögliche Partner für deutsche Unternehmen denkbar. Viele Menschen vor Ort sprechen sogar Deutsch. Generell kann ich sagen, dass es viele Unterstützungsangebote für deutsche Unternehmen gibt, um in der Region Westbalkan aktiv zu werden und diese sollten auch genutzt werden!