Brexit und Steuern

Welche steuerrechtlichen Folgen hat der Brexit?

Ab dem Zeitpunkt des Austritts ist das Vereinigte Königreich auch für steuerliche Zwecke als sog. Drittstaat zu behandeln. Steuerliche Regelungen, die aufgrund des EU-Rechts für EU-/EWR-Sachverhalte günstigere Rechtsfolgen vorsehen als für Drittstaaten-Sachverhalte, werden gemäß dem jeweiligen Wortlaut dadurch künftig im Verhältnis zum Vereinigten Königreich keine Anwendung mehr finden (Quelle: BMWi). Einige Regelungen wie beispielsweise die Mutter-Tochter-Richtlinie oder die Richtlinie über Zins- und Lizenzgebühren sind nur zwischen EU-Mitgliedstaaten anwendbar (Quelle: WKÖ). Anstelle der nicht mehr anwendbaren Richtlinien treten die Bestimmungen des Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland – Vereinigtes Königreich.

Mehr Informationen zu steuerlichen Konsequenzen des Austritts des Vereinigten Königreichs finden Sie bei Rödl&Partner.

Doppelsteuerungsabkommen

Das deutsch-britische Doppelbesteuerungsabkommen aus dem Jahr 2010 ist Teil der deutschen und der britischen Rechtsordnung. Es gilt ungeachtet der Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU. Somit stellt das deutsch-britische Doppelbesteuerungsabkommen auch nach dem Brexit sicher, dass eine doppelte Besteuerung von Einkünften durch beide Staaten vermieden und eine Verwaltungszusammenarbeit in Steuersachen weiterhin ermöglicht wird.  (Quelle: BMWi).

Mehr Informationen zum Thema Doppelbesteuerungsabkommen finden Sie beim Bundesfinanzministerium.

Umsatzsteuer

Bei einem danach folgenden "harten Brexit" ist das Vereinigte Königreich nicht mehr an die gemeinsame Mehrwertsteuersystem-Richtlinie oder an die EuGH-Rechtsprechung gebunden und muss Höchst- oder Mindestumsatzsteuersätze nicht einhalten. Gleichzeitig hat das Vereinigte Königreich keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung des Umsatzsteuersystems. Der EU-Austritt wird daher besonders im Bereich der Umsatzsteuer umfassende Änderungen zur Folge haben. Das EU-Umsatzsteuerrecht basiert auf dem gemeinsamen Mehrwertsteuersystem der EU, das dann für das Vereinigte Königreich nicht mehr gilt. […].

Unternehmen müssen ihrer Dokumentationspflicht nachkommen und ihre Warenbewegungen oder Dienstleistungen in den Umsatzsteuermeldungen korrekt steuerlich abbilden (Quelle: IHK München).

Für detaillierte Hinweise siehe IHK Berlin.

Weitere Informationen unter:

IHK München Brexit & Steuern
Mitteilung zur Verbrauchssteuer
Mehrwertsteuer (MwSt.) – Produkte (engl.)
Mehrwertsteuer (MwSt.) – Dienstleistungen (engl.)
Brexit: Massive Auswirkungen auf Steuern und Gesellschaftsrecht