Fokus auf.... Fachkräfte aus dem Ausland

Würzburg (April 2022) - Qualifiziertes Personal zu finden, bleibt eines der wichtigen Themen für die Betriebe. Der Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte ist damit wichtig. Die Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass jährlich 400.000 Fachkräfte aus dem Ausland dazukommen müssen, um die Lücke auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Die Rahmenbedingungen hierfür wurden im März 2020 mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz verbessert.

Interview der IHK Mainfranken

IHK: In Mainfranken finden Arbeitnehmer eine vielfältige Arbeitgeberlandschaft vor. Mittelständische Unternehmen konkurrieren mit Großkonzernen wie SKF oder Bosch Rexroth. Was tun Sie, um die Trips Group auch in Zukunft für hochqualifizierte (IT-) Fachkräfte attraktiv zu halten?

Trips: Wir steigern unsere Attraktivität durch interessante Aufgabengebiete und Arbeitszeitmodelle, speziell unser technologischer Fortschritt ist ein wichtiges Kriterium für unsere Mitarbeiter, an dem sie aktiv mitarbeiten können. Die Vorteile eines Familienunternehmens wie z.B. die kurzen Entscheidungswege und einfache Prozesse sind weitere Argumente.

IHK: Sie sind inzwischen auch im Ausland auf der Suche nach geeigneten Bewerbern. Was sind dabei die größten Hürden? Wie schmackhaft muss man ausländischen Fachkräften den Standort Mainfranken machen?

Trips: Für die Bewerber steht im Fokus, dass sie erst einmal in Deutschland eine Anstellung, sprich eine Bluecard haben. In den wenigsten Fällen ist die Region ausschlaggebend. Die entsprechende Entlohnung und vor allem das gesamte Paket mit Wohnungssuche, Eingliederung der kompletten Familie sind ebenfalls ganz wichtige Faktoren, die für die Kandidaten aus dem Ausland ausschlaggebend sind.

IHK: In welchen Ländern rekrutieren Sie derzeit – und warum? Welche Berufsgruppen stehen dabei besonders im Fokus?

Trips: Wir rekrutieren weltweit! Bei uns stehen Ingenieure in Automatisierung und IT im Fokus.

Einstellung von Fachkräften auf der Informationsseite der IHK Würzburg-Schweinfurt.

Text und Interview wurde uns freundlicherweise von der IHK Würzburg-Schweinfurt Mainfranken zur Verfügung gestellt.

Der Fachkräftemangel zählt derzeit zu einem der Top-Geschäftsrisiken. Die Vizepräsidentin der IHK Würzburg-Schweinfurt Mainfranken, Caroline Trips, Geschäftsführerin der TRIPS GmbH, berichtet in einem Interview über ihre in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen legt dar, wie sie mit den diversen Hindernisse umgeht.

Hintergrund

Qualifiziertes Personal zu finden, bleibt eines der wichtigen Themen für die Betriebe. Der Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte ist damit wichtig. Die Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass jährlich 400.000 Fachkräfte aus dem Ausland dazukommen müssen, um die Lücke auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Die Rahmenbedingungen hierfür wurden im März 2020 mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz verbessert.

Damit es den Unternehmen in der Praxis gelingt, ihren Bedarf an ausgebildetem Personal zu decken, müssen zahlreiche Akteure im In- und Ausland gut zusammenarbeiten. Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz mit Erleichterungen für Zuwanderer*innen aus Nicht-EU-Staaten sollte nun, angesichts wieder steigender Personalnachfrage der Betriebe, effizient und unbürokratisch umgesetzt werden.

Doch wie sieht es in der Praxis aus? Wenn Unternehmen eine fähige und passende Fachkraft gefunden haben, sind trotz der Erleichterungen in dem Fachkräfteeinwanderungsgesetztes viele Hürden zu nehmen. Insbesondere bei der Visa-Erlangung gibt es immer wieder Verzögerungen.

Referentin

Caroline Trips, Geschäftsführerin der Trips GmbH, Grafenrheinfeld. Seit über 30 Jahren beschäftigt sich ihr Unternehmen mit Maschinen und Anlagen der Prozessindustrie und Fertigungsindustrie. Das Portfolio reicht von Hardware-Engineering, Softwareentwicklung SPS und Prozessleittechnik, Schaltanlagenbau bis hin zur Inbetriebnahme. Caroline Trips wird auch in einem Webinar am 19.05.2022  über ihre Erfahrungen zu diesem Themaberichten. Das Webinar ist Teil der Reihe „Praxisreport online – mainfränkische Unternehmer*innen berichten“, die sich an interessierte Unternehmer*innen und Start-ups der Region Mainfranken richtet. In 45 Minuten berichten Geschäftsführer*innen zu einem bewegten Thema aus der Praxis, dem Umgang damit und geben Tipps zur Fehlerminimierung.